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Aus der Stadt Stadt plant Siedlungskonzept für Biber
Hannover Aus der Stadt Stadt plant Siedlungskonzept für Biber
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00:15 04.03.2015
Von Bernd Haase
Siedlungspolitik für den Biber? Die Stadt will ihn bei der Reviersuche begleiten.
Siedlungspolitik für den Biber? Die Stadt will ihn bei der Reviersuche begleiten. Quelle: Ronald Wittek
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Hannover

Die Stadtverwaltung arbeitet an einem Bibermanagement. Damit ist allerdings nicht die Besetzung von Führungspositionen durch Nagetiere gemeint, sondern eine Art Siedlungspolitik.

Genannte Konflikte sind unter anderem dann möglich, wenn die Biber mit ihren Dammbauten in den etwa im Bereich Ricklingen diffizilen Wasserhaushalt eingreifen und hochwassergefährdete Gebiete fluten. Tonja Mannstedt, die als Expertin das Biberprojekt des Naturschutzbundes in Laatzen geleitet hat, hält es für nicht ausgeschlossen, dass die Tiere mit den scharfen Zähnen einen Damm in der Ihme errichten könnten. „Auch der Maschsee wäre ein potentielles Revier“, sagt sie.

Die Biber, die sich seit 2005 nach mehr als 200-jähriger Abwesenheit wieder nach und nach in der Region ausbreiten, sind nachtaktiv, weshalb Menschen sie kaum zu Gesicht bekommen. Ihre Spuren aber haben sie beispielsweise an der Alten Leine südlich von Hannover schon hinterlassen. Dort ist der Wasserpegel als Folge ihrer Bau- und Stautätigkeit um 1,20 Meter gestiegen; einst trockene Wiesen und Äcker im Bereich von Hemmingen und Pattensen sind nass geworden. Im Stadtgebiet wären die Auswirkungen solcher Aktivitäten möglicherweise noch größer.

Sicher ist, dass die Tiere in Hannover angekommen sind. Eine Bestandserfassung über Fraßspuren und Fotofallen durch Mitarbeiter und Freiwillige der Ökologischen Station Mittleres Leinetal hat ergeben, dass die Biber vier Reviere mit einer durchschnittlichen Länge von 3,4 Flusskilometern besiedelt haben. Sie befinden sich bei Marienwerder, Stöcken, Herrenhausen sowie im Gebiet von Schnellem Graben und Ihme. In mindestens einem davon lebt eine Familie, sodass die gesamte hannoversche Biberpopulation nach Schätzung von Mannstedt etwa ein Dutzend Köpfe stark ist. Die genauen Standorte verrät die Stadt nicht - „wir wollen Bibertourismus vermeiden“, lautet die Begründung.

Biber sind streng geschützt. Deshalb laufen Räumungsklagen ins Leere - ihre Bauten dürfen, wenn sie erst entstanden sind, nicht beseitigt werden. Zu den Zielen des Managements zählt es, dass sie an besonders sensiblen Stellen erst gar nicht tätig werden. Wie genau das vonstatten gehen soll, will die Stadt im August sagen.

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