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Aus der Stadt Stadt prüft Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen
Hannover Aus der Stadt Stadt prüft Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen
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00:15 08.02.2013
Von Bernd Haase
Wenn es wärmer wird, kommen auch die Trinker wieder. Zurzeit ist es auf dem Raschplatz allerdings relativ ruhig.
Wenn es wärmer wird, kommen auch die Trinker wieder. Zurzeit ist es auf dem Raschplatz allerdings relativ ruhig. Quelle: Behrens (Archiv)
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Ruhiger ist es, da macht sich Heinemann keine Illusionen, weil das Wetter zu dieser Jahreszeit viele Freilufttrinker verscheucht. Wenn die Tage länger und wärmer werden, wird es auch wieder mehr Vorfälle geben – es sei denn, auf dem Raschplatz wird Alkoholkonsum verboten.

„Die städtische Lenkungsgruppe prüft, ob es Möglichkeiten gibt, das Göttinger Urteil auch in Hannover anzuwenden“, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus gewunden. Im Klartext heißt das: Bisher war die Stadt der Auffassung, dass ein Alkoholverbot für öffentliche Plätze nicht gerichtsfest wäre. Nach dem Göttinger Urteil (siehe nebenstehenden Bericht) ist sie sich da nicht mehr sicher.

Beifall gäbe es aus vielen Ecken, wenn die Stadt Alkoholverbote verhängen würde. Auf dem Opernplatz und rund um das Holocaust-Mahnmal okkupieren Trinker den Raum und fallen regelmäßig aus der Rolle – das nervt Passanten. An der Limmerstraße in Linden und manchmal auf dem Weißekreuzplatz in der List herrschen ähnliche Zustände wie am Raschplatz; Anwohner protestieren. Auf dem Gartenfriedhof an der Marienstraße kümmert sich eine Gruppe von Zechern nicht um die historische Bedeutung des Ortes – dort hat sich ein Bürgerverein gegründet, der die Dinge ändern will.

Hannovers Polizeichef Axel Brockmann hat auf den Zusammenhang zwischen Alkoholmissbrauch und Gewaltdelikten hingewiesen und sich für ein Alkoholverbot auf dem Raschplatz ausgesprochen, wenn es denn rechtlich haltbar wäre. „Diese Aussage gilt weiter“, sagt er. HRG-Geschäftsführer Heinemann liegt mit Brockmann auf einer Linie. In Sachen Alkoholverbot auf anderen Plätzen hält sich die Polizeidirektion bedeckt. Man wolle die Ergebnisse abwarten, zu denen die Lenkungsgruppe bei der Stadt kommt.

Die Lenkungsgruppe versammelt alle Fachbereiche der Verwaltung an einem Tisch, die mit dem Thema Alkoholmissbrauch in Berührung kommen: die Abteilung für Recht und Ordnung, die für den Jugendschutz, die für das Soziale und auch die für Umwelt und Stadtgrün. Die Gruppe befasst sich nicht nur mit möglichen Verboten, sondern auch mit anderen Varianten, mit denen man exzessiver Zecherei und ihren Folgen begegnen könnte. „Dazu zählt beispielsweise der Einsatz von Straßensozialarbeitern“, sagt Sprecherin Kalmus. Der Schünemannplatz in Ricklingen sei ein Beispiel dafür, wie man die Trinkerproblematik auch ohne einschlägige Verbote eindämmen könne.

Ob die Lenkungsgruppe bis zum Beginn der Freiluftsaison zu einem Befund über Alkoholverbote kommt, ist längst nicht ausgemacht. „Es gibt keine Zeitvorgaben“, betont Kalmus.

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