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Aus der Stadt Stadt sieht weiterhin gute Chancen auf Grand Prix in Hannover
Hannover Aus der Stadt Stadt sieht weiterhin gute Chancen auf Grand Prix in Hannover
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21:57 19.07.2010
Würde sich für Berlin als Austragungsort des Eurovision Song Contest entscheiden: Lena Meyer-Landrut. Quelle: dpa
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Vermutlich hat Lena es gar nicht so gemeint. Das meint jedenfalls der städtische Eventmanager Klaus Timaeus. „Natürlich hätten wir es lieber gehabt, wenn Lena gesagt hätte, sie will ihren Grand-Prix-Titel unbedingt in Hannover verteidigen“, sinniert der Veranstaltungsfachmann. Er nehme der 19-Jährigen ihre öffentlich bekundete Vorliebe für die Bundeshauptstadt Berlin als Austragungsort des Eurovision Song Contest (ESC) 2011 aber nicht übel. Dass ihre Äußerungen die Chancen der Stadt Hannover im Wettbewerb um die Ausrichtung des Musikspektakels schmälern könnten, hält Timaeus für ausgeschlossen. „Hannover hat sehr gute Karten“, erklärt er und fügt mit Nachdruck hinzu: „Wir können Großveranstaltungen.“

Etwas verschnupft dürfte die Stadt allerdings schon darüber sein, dass ausgerechnet Vorzeigestar Lena, die so belebend für das Hannover-Image wirkte, ihre Heimatstadt in Sachen Grand Prix übergangen hat. In einem Radiointerview hatte Lena gesagt, wenn sie sich jetzt entscheiden müsse, in welcher Stadt sie erneut beim ESC antreten möchte, würde sie Berlin wählen, weil die Hauptstadt „irgendwie immer gut“ und „ganz cool“ sei. Hannover stufte sie im Nachsatz immerhin noch als „total geil“ ein.

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Lena hat ja nicht gesagt, dass in Hannover nur Trottel rumlaufen“, beschwichtigte Timaeus gestern. Es sei verständlich, dass eine junge Frau Berlin klasse finde. Gleichwohl sprächen die Fakten eindeutig für Hannover. Stadt und Messe AG planen, den Song Contest aufs Messegelände zu holen. „Wir haben tolle Hallen, eine tolle Infrastruktur und tolle Verkehrsverbindungen“, wirbt Timaeus. In Berlin sei der ESC „eine Veranstaltung unter vielen“, Hannover dagegen könne sich „voll und ganz“ darauf konzentrieren. Ähnlich sehen es Hans Nolte, Chef der Hannover Marketing Gesellschaft, und Michael Lohmann vom Konzertveranstalter Hannover Concerts. Oberbürgermeister Stephan Weil und Ministerpräsident David McAllister hatten sich bereits offensiv für die Leinestadt als Austragungsort des ESC ausgesprochen.

Bis zum 20. August muss die Stadt die Bewerbungsunterlagen einreichen. Die Entscheidung trifft der NDR in Abstimmung mit der ARD und der European Broadcasting Union (EBU). Neben Berlin und Hannover sind auch Hamburg und Köln als Veranstaltungsorte im Gespräch. Beim NDR gibt man sich noch zugeknöpft. Die Entscheidung, wo der Song Contest stattfindet, solle nach den Sommerferien fallen, erklärte eine Sprecherin. Ihr war nicht zu entlocken, ob dabei eine Rolle spielt, inwiefern sich die örtlichen Veranstalter an den Kosten des Spektakels beteiligen. Fest steht, dass der NDR die erforderliche Summe von rund 25 Millionen Euro nicht alleine tragen wird. Auch Timaeus ließ diese Frage offen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die Stadt Geld dazu gebe, sagte er.

Bei Fans sorgte Lenas Berlin-Bekenntnis für Verstimmung. „Lena hat sich als Vertreterin ihrer Heimatstadt selbst disqualifiziert“, heißt es etwa im HAZ-Forum. Die Hörer des Radiosenders ffn stimmten sogar für einen Boykott von Lena-Hits bis zum Ende der Sommerferien. Und eine spitze Bemerkung kann sich auch Timaeus nicht verkneifen: „Lena wird wohl nicht in Tränen ausbrechen, wenn sie am Ende doch in Hannover auftritt.“

Juliane Kaune und Dany Schrader

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