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Aus der Stadt ADAC fordert eine Ampelkommission
Hannover Aus der Stadt ADAC fordert eine Ampelkommission
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00:15 25.02.2015
Von Conrad von Meding
„Da können Sie Liegestühle aufbauen:“ Das Dauerrot an manchen Stellen der Stadt nervt Einwohner und Besucher. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Der Umgang der Stadt mit problematischen Ampelschaltungen hat nach den HAZ-Berichten vom Sonnabend erneut erhebliche Diskussionen ausgelöst. Der ADAC forderte am Sonntag, dass die Stadt ähnlich wie bei der Unfallkommission eine Ampelkommission einrichten solle. Die solle sich nicht unbedingt um jedes singuläre Kreuzungsproblem kümmern, „aber sich der Sache annehmen, wenn über lange Jahre hinweg eine Situation unbefriedigend ist“, sagt ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Ein Beispiel könne etwa die Abfahrt des Südschnellwegs von Westen auf die Hildesheimer Straße sein, bei der es seit Jahren zu langen Staus kommt.

In der vergangenen Woche hatte eine Ampel in Oberricklingen für Debatten gesorgt, die wegen eines Schaltungsfehlers für Autofahrer auf Dauerrot stehen blieb - wenn sich Stadtbahnen in bestimmten Konstellationen nähern. Ein Autofahrer musste so 30 Minuten warten. Die Stadt hatte trotz erheblicher Beschwerden von Autofahrern nach erster Überprüfung behauptet, das Problem existiere nicht. Erst nach immer neuen Nachfragen räumte sie jetzt ein, dass die Schaltung falsch programmiert ist - dort soll jetzt nachgebessert werden. Für ADAC-Sprecherin Rettig ein falscher Umgang mit Beschwerden: „Man sollte die Hinweise von Bürgern, die oftmals täglich an den Ampelkreuzungen stehen, ernst nehmen“, sagt sie, und: „Auch das gehört zur Rücksichtnahme im Verkehr.“

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Willmerstraße häufig komplett überlastet

Beim Konfliktthema Vorrangschaltung für Busse und Bahnen legt der ADAC Wert auf eine differenzierte Position. Im Grundsatz sei es verständlich, dass dem öffentlichen Verkehr, der meist viele Menschen auf einen Schwung befördert, Vorrang eingeräumt werde. „Es gibt aber Stellen, an denen das problematisch ist, weil die Schaltungen den Gesamtverkehr zu sehr hemmen“, sagt Rettig. An den Ausfallstraßen etwa sei das vielfach zu beobachten, und ganz besonders etwa an der Hildesheimer Straße, wo die Kreuzung unter dem Südschnellweg in der Willmerstraße häufig komplett überlastet ist.

Leser kritisieren Ampelschaltungen: Auch mehrere HAZ-Leser hatten sich beklagt, dass die Vorrangschaltung für Stadtbahnen den Verkehr aus Westen an der ohnehin überlastete Kreuzung in der Wilmerstraße oft völlig zum Erliegen bringe. Leser Wolfgang Breßgott etwa notiert, dass die Vorrangschaltung an dieser Kreuzung „bedingungslos durchgeschaltet“ sei. Da dort drei Stadtbahnlinien in zwei Richtungen verkehren, komme der Autoverkehr eigentlich ständig zum Stillstand, der die Kreuzung diagonal passieren muss. „Auch hier habe ich schon gefühlte Ewigkeiten an der Ampel gestanden“, schreibt Wolfgang Breßgott.

HAZ-Leser Martin Altemöller monierte am Wochenende noch ein ganz andere Phänomen: „An viel zu vielen Ampeln steht man, obwohl kein Querverkehr kommt und sowieso wenig los ist. Warum kann man einige Ampeln nachts und am Wochenende nicht einfach ausschalten?“, fragt er. Eine andere Internetnutzerin benennt sogar ganz konkret eine Ampel in Bemerode am Kronsberger Kattenbrookstrift: „Da ist eine Ampel vor einer Einfahrt der LBS, wo kaum Autos rausfahren, aber sie wird ständig rot.“ Ein anderer HAZ-Leser nimmt die langen Wartezeiten an der Ampel Schwarzer Bär sarkastisch. „Geschäftsidee: Kleinen Kaffeestand mit Küchlein direkt an der Ampel“, schreibt er. Melanie Dörges nimmt die Kritik der HAZ-Leser an der Kreuzung Emmichplatz auf: „Ja, an den Ampeln am Emmichplatz könnte man Liegestühle aufbauen und Kaffee verkaufen.“ Nicht alle aber verteufeln Hannovers Ampeln. Chris Oldendorf etwa schreibt: „Es gibt genug Großstädte, wo die Ampelschaltung noch mieser ist. Insbesondere im Pott.“ Und Wolfgang Nölke notiert: „Ach was: Braunschweig ist die Hauptstadt der Ampeln.“

Schostok sagt Besserung zu: HAZ-Leser Helge Kletti hat sich am Wochenende direkt im Büro von Oberbürgermeister Stefan Schostok beschwert, dass die Internetadresse nicht funktioniert, unter der Bürger der Stadt Mängel melden können. Wie berichtet, läuft die Adresse www.hannover-hinweis.de derzeit ins Leere, sie ist nur über einen komplizierten anderen Link zu erreichen. Schostoks Büro antwortete sofort, gab Hilfestellung und versprach, das Problem zu lösen.

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