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Aus der Stadt Stadt verteilt Flüchtlinge gleichmäßig
Hannover Aus der Stadt Stadt verteilt Flüchtlinge gleichmäßig
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00:19 16.10.2014
Von Andreas Schinkel
Schon jetzt lebt eine Handvoll Flüchtlinge im ehemaligen Schulzentrum Ahlem, nach dem Ausbau sollen bis zu 205 Menschen dort unterkommen.
Schon jetzt lebt eine Handvoll Flüchtlinge im ehemaligen Schulzentrum Ahlem, nach dem Ausbau sollen bis zu 205 Menschen dort unterkommen. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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„Die Daten sind nicht ganz exakt, weil in der Unterbringung fast täglich Bewegung ist“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix einschränkend. Seit den Sommerferien muss die Stadt wöchentlich 30 bis 40 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf geben. Da die bisherigen Kapazitäten in Wohnheimen, Wohnungen und betreuten Gruppen erschöpft sind, ist die Verwaltung gezwungen, Wohncontainer aufzustellen sowie Notunterkünfte zu schaffen.

Die zum Teil hohen Planzahlen gehen auf das Notprogramm der Stadt zurück. So steigt die Zahl der Flüchtlinge in Groß Buchholz von derzeit 9 auf 300, wenn das Oststadtkrankenhaus zum Wohnheim umgebaut wird. In Ahlem werden deutlich mehr Asylsuchende unterkommen, wenn das ehemalige Schulzentrum mit einer Kapazität von 155 bis 205 Plätzen ausgebaut ist. In Anderten werden auf dem Grundstück gegenüber dem S-Bahnhof Container für 100 Menschen aufgestellt, gleiches gilt für Ledeburg. Die Stadt will auf dem Gelände der ehemaligen Emil-Berliner-Schule an der Kreuzriede Wohncontainer für 100 Flüchtlinge aufstellen, in der Tabelle hat die Stadt die Containersiedlung in Leinhausen verortet. Auffällig ist, dass in Kirchrode, Misburg-Nord, Oberricklingen, Vahrenwald und der Südstadt die meisten Plätze vorgehalten werden. In Hainholz, Linden-Nord, Davenstedt, Limmer, Wülfel und Mitte bewegen sich die Kapazitäten im einstelligen Bereich.

In der Kommunalpolitik ist eine Debatte über die Frage entbrannt, ob es Viertel gibt, in denen besonders viele Flüchtlinge einquartiert werden. Die SPD-Landtagsabgeordnete Thela Wernstedt hatte in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) die These vertreten, dass im Bezirk Herrenhausen-Stöcken 500 Menschen leben, „die es in ihren besonderen Bedürfnissen aufzufangen und zu begleiten gilt“. Es stelle sich die „Frage der Verhältnismäßigkeit“, schrieb Wernstedt.

Tatsächlich rechnet Wernstedt auch Obdachlosenunterkünfte ein. Beschränkt man sich auf Flüchtlinge, nehmen Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen und Stöcken zusammen 278 Menschen auf - bei einer Einwohnerzahl im Stadtbezirk von rund 36.000.

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