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Aus der Stadt Stadt weiß nicht, wem das Misburger Bad gehörte
Hannover Aus der Stadt Stadt weiß nicht, wem das Misburger Bad gehörte
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06:37 13.11.2015
Von Andreas Schinkel
Muss das Misburger Bad abgerissen werden? Quelle: Ralf Decker
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Hannover

Der CDU im Rat genügen die Bemühungen der Stadt nicht, die verpatzte Sanierung des Misburger Bads aufzuklären. „Wir brauchen eine Art Untersuchungsausschuss, um Licht ins Dunkel zu bringen“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Zwar könne der Rat nicht wie ein Parlament agieren und einen Untersuchungsausschuss einsetzen, jedoch könne die Ratspolitik eine unabhängige Institution, etwa eine Kanzlei, beauftragen, sich der Sache anzunehmen. „Die Frage ist, warum der Stadt bei der Abnahme des umgebauten Bads der Pfusch nicht aufgefallen ist“, sagt Blaschzyk. Wenn tragende Wände entfernt wurden, hätte das auffallen müssen.

Die Stadt weist bisher jegliche Mitschuld an der Bad-Pleite von sich. Verantwortlich für die Sanierung im Jahr 2007, die faktisch einem Neubau gleichkam, sei die Firma s.a.b. gewesen, heißt es. Die Stadt übernahm damals die Kosten; den Kredit über 13,5 Millionen Euro zahlt sie noch bis zum Jahr 2037 ab. Vor einigen Monaten entdeckten städtische Mitarbeiter, dass Stützbalken perforiert und tragende Wände weggerissen wurden - vermutlich während der Sanierung. Jetzt soll eine Machbarkeitsstudie zeigen, ob sich eine weitere Sanierung lohnt, oder das Bad abgerissen und neu errichtet werden muss.

„Dafür werden wir kein anderes Projekt stoppen“

Das Vertragswerk zwischen s.a.b. und der Stadt ist äußerst kompliziert, sodass selbst die Experten der Verwaltung im Finanzausschuss nicht eindeutig sagen konnten, ob die Stadt zum Zeitpunkt der Sanierung Eigentümerin des Gebäudes war. Als solche hätte die Stadt bei den Bauarbeiten genauer hinsehen müssen, meint die CDU. So oder so werden in den kommenden Jahren weitere Millionenbeträge ins Misburger Bad fließen. „Dafür werden wir kein anderes Projekt stoppen“, sagte Kämmerer Marc Hansmann (SPD). Die erforderlichen Summen seien Teil des „Investitionsmemorandums“, das Mitte 2016 vorgestellt werde. Mit anderen Worten: Die Stadt wird einen neuen Kredit aufnehmen.

Frühestens ab 2018 beginnen die Bauarbeiten am Misburger Bad, zeitgleich will die Stadt das Fössebad in Linden entweder modernisieren oder neu errichten. „Da kommt eine Herkulesaufgabe auf uns zu“, sagt Hansmann. Schließlich habe man mit dem Bau von Flüchtlingsunterkünften schon genug zu tun.

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