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Aus der Stadt Stadt wertet Hotline-Gespräche von ehemaligen Heimkindern aus
Hannover Aus der Stadt Stadt wertet Hotline-Gespräche von ehemaligen Heimkindern aus
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20:31 25.05.2011
Von Andreas Schinkel
Das Gelände des ehemaligen Kinderheims Rohdendorf im Stadtteil Bothfeld. Quelle: HAZ-Archiv

Prügel gehörten zum Alltag, sei es der Rohrstock, mit dem der Hausmeister die Kinder im Heim Mecklenheide züchtigte, seien es die Schlägereien unter den Kindern selbst. Als „Knast“ habe er das Heim in Erinnerung, sagt ein Zeitzeuge. Er ist einer von insgesamt 77 ehemaligen Heimkindern, die dem Aufruf der Stadt Hannover gefolgt sind und über ihre Erfahrungen in den fünfziger und sechziger Jahren berichteten. Am Mittwoch hat Sozialdezernent Thomas Walter die wissenschaftliche Auswertung dieser Gespräche vorgestellt. „Hannover ist keine Insel gewesen“, sagte er. Disziplin und Gehorsam, die Dogmen der Kindererziehung zu jener Zeit, regierten auch hier in den Kinderheimen. Aber Hinweise auf schwere Missbrauchsfälle, wie sie etwa aus katholischen Heimen gemeldet wurden, habe es nicht gegeben.

Die große Mehrheit der ehemaligen Heimkinder, die sich zu Wort gemeldet haben, prangert weniger die Verhältnisse in den fünf städtischen Einrichtungen an als vielmehr die Zustände in privaten Heimen. 27 Anrufer bei der sogenannten Heimkinder-Hotline berichteten über gezielte Demütigungen, 31 über Gewalt und Prügel, 11 erwähnten sexuelle Übergriffe. Unter den städtischen Heimen geriet vor allem das Kinderheim Mecklenheide ins Zwielicht. „Das Klima für die Sechs- bis 14-Jährigen war dort sehr rau, eiserne Disziplin beherrschte offenbar den Alltag“, erzählt Achim Maschke, Leiter des städtischen Heimverbunds. Schikanen wie das Strafestehen für Bettnässer waren an der Tagesordnung, wie dem Bericht der Stadt zu entnehmen ist. „Mecklenheide war aber kein Skandalheim, sondern das ganz normale schlechte Heim in jenen Jahren“, sagt Prof. Carola Kuhlmann von der Evangelischen Fachhochschule Bochum, die die Auswertung wissenschaftlich begleitet hat.

Anders dagegen die Heime Isernhagen und Rohdendorf, in denen die Kinder zwar streng, aber fürsorglich behandelt wurden. Auf individuelle Bedürfnisse konnte man allerdings kaum eingehen, vor allem aus Personalmangel, sodass oft die reine Versorgung im Vordergrund stand. „Es hieß immer nur: Ist dein Zimmer aufgeräumt? Ist dein Schrank aufgeräumt? Heute ist Badetag“, erinnert sich ein Zeitzeuge. Niemand habe danach gefragt, wie es einem Kind gehe, ob es mit Problemen kämpfe. Besonders groß war diese „emotionale Verwahrlosung“, wie Carola Kuhlmann sagt, im Säuglingsheim „Nordstern“. Die medizinische Versorgung stimmte zwar, aber Zeit für Zuwendung blieb kaum. Kuscheltiere waren aus hygienischen Gründen verboten. Viele Kinder, die in dem Säuglingswohnheim aufwuchsen, lernten erst spät sprechen, nässten jahrelang ein oder neigten zu Selbstverletzungen.

Die Konsequenzen hat die Stadt längst gezogen. Heime unterhält sie nicht mehr, stattdessen werden Kinder, die zu verwahrlosen drohen, in Wohngruppen oder anderen Familien betreut. „Dennoch stellt sich auch heute die Frage, wo die kleine Gruppe der besonders auffälligen Kinder und der Schwererziehbaren untergebracht werden kann“, sagt Kuhlmann. Eine geschlossene Anstalt mag sie nicht empfehlen, denn dort werde vor allem eines erzeugt: Gewalt.

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