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Aus der Stadt Streit um neue Ampeln in der City
Hannover Aus der Stadt Streit um neue Ampeln in der City
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00:15 21.02.2015
Von Bernd Haase
Die Ratsmehrheit fordert weitere Ampeln in der City – und erntet dafür auch Kritik. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Mit rot-grüner Mehrheit hat der Bauausschuss des Rates die Planungen für den Abschnitt der oberirdischen Stadtbahnstrecke der D-Linie zwischen Steintor und Glocksee befürwortet. Damit sind die Fronten geklärt, denn eine Mehrheit im abschließend beratenden Verwaltungsausschuss gilt als sicher.

„Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema“, sagte Michael Dette (Grüne), womit er den bisherigen Verlauf der Beratungen recht gut zusammenfasste. Seine Fraktion respektiere die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, bevorzuge jedoch ökologische Verkehrsformen.

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Gemeinsam mit der SPD forderten die Grünen die Stadt auf, bei der in den Planungen federführenden Infra auf drei Änderungen zu drängen. Die Ratsmehrheit will an der ohnehin mit reichlich Ampeln versehenen Strecke zwei weitere am östlichen Abgang des Hochbahnsteiges vor dem Goetheplatz am Fußgängerüberweg an der Einmündung der Braunstraße. „Uns geht es vor allem um die Verkehrssicherheit der Schüler in diesem Bereich“, sagt Dette. Die dritte Änderung betrifft eine zweite Rampe am Hochbahnsteig an der Glocksee.

Damit gibt es allein in der Goethestraße auf einer Streckenlänge von 230 Metern vier Lichtsignalanlagen. Was rot-grün als weiteren Beitrag zur Verkehrssicherheit sieht, gilt den anderen Fraktionen als „fortschreitende Verampelung“ und als Verkehrsbehinderung. „Die Ampeln tragen eben nicht zur Verkehrssicherheit bei, weil sie den Leuten irgendwann auf die Nerven gehen und von ihnen ignoriert werden“, prophezeit Oliver Förste (Linke). Georgia Jeschke nannte die gesamten Planungen zum Stadtbahnbau ein Desaster, was nicht neu ist und auf Linie aller Minderheitsfraktionen im Ausschuss liegt.

Zum Protagonisten der Sitzung wurde dieses Mal Dirk Hillbrecht, einziger noch an Deck verbliebener Pirat im Rat. Er hatte erstens die Ampelfrage thematisiert und zweitens eine Verlierergruppe bei den Planungen ausgemacht, die bisher so nicht im Fokus stand - die Radfahrer. „Sie müssen die Probleme ausbaden“, sagt er. So würden Radstreifen direkt neben den Straßenbahnschienen geführt, es gebe einen kaum ausreichenden Abstand zum Autoverkehr und eben die Überregulierung durch Ampeln, an denen die Radler ihre Fahrt unterbrechen müssten. Das sei mit dem politischen Ziel, den Anteil des Radverkehrs in Hannover zu steigern, nicht zu vereinbaren. Hillbrecht forderte, den geplanten Stadtbahnbau zumindest im Bereich zwischen Goetheplatz und Steintor zu stoppen.

Das hatte keinen Aussicht auf Erfolg. „Sie könnten auch darüber abstimmen lassen, ob die Sonne künftig im Westen aufgehen soll“, beschied ihm Ewald Nagel (SPD). In der Sache schloss sich der Sozialdemokrat dem Grünen Dette an; auf Hillbrechts Anmerkungen zum Radverkehr gingen beide nicht ein. „Wenn nun noch die Infra ihre Pläne für die Hochbahnsteige an Steintor und Raschplatz überdenkt, wird der Ausbau der Stadtbahnstrecke eine runde Sache“, sagt Dette. Dabei geht es darum, die vorgesehenen Löcher in den Bahnsteigüberdachungen zu schließen.

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