Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hannover leiht aus
Hannover Aus der Stadt Hannover leiht aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 25.01.2014
Von Bärbel Hilbig
Foto: Bei der Eröffnung des neuen Bereichs „Junge Bibliothek“ an der Hildesheimer Straße herrschte gestern gute Laune.
Bei der Eröffnung des neuen Bereichs „Junge Bibliothek“ an der Hildesheimer Straße herrschte gestern gute Laune. Quelle: Frank Wilde
Anzeige
Hannover

Im Jahr 2012 gab es 1,51 Millionen Besuche. Und dabei blieb die Oststadtbücherei wegen Renovierung 2013 fast das ganze Jahr geschlossen. Im Lindener Rathaus lief ebenfalls der Umbau, die Bücherei im Freizeitheim Linden gab die Stadt auf.

„Es kommen mehr Besucher, obwohl wir viel digital anbieten. Sie können auch zu Hause in unserem Katalog recherchieren, Medien vorbestellen und verlängern“, sagt Carola Schelle-Wolff, Leiterin der Stadtbibliothek. Die Bibliothek sei als Ort zum Lernen und Arbeiten stark nachgefragt. Großen Bedarf gibt es deshalb inzwischen für Räume, in denen kleine Gruppen auch mal diskutieren dürfen. Ältere Schüler kommen zum Beispiel, um gemeinsam für Hausarbeiten zu recherchieren. „Das Thema Stille nehmen wir schon seit Jahren nicht mehr so genau, nicht immer zur Freude anderer Nutzer“, sagt Schelle-Wolff. Doch auch ältere Besucher tauschten sich gerne über ihre Zeitungslektüre aus. „Die Bibliothek ist oft auch ein Treffpunkt.“

Kulturdezernentin Marlis Drevermann skizzierte mehrere Perspektiven, an denen sich die Stadtbibliothek als Bildungseinrichtung orientiert. In den 17 Stadtteilbibliotheken sollen die Angebote sich stark an der Nachfrage vor Ort orientieren. Die Stadtbibliotheken konzentrieren sich mit Angeboten wie dem Bilderbuchkino stark auf Kinder und ihre Eltern, außerdem läuft eine enge Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten. „Wir haben außerdem eine hohe Quote an Zuwanderern. Sie sollen sich ebenfalls wiederfinden.“ Manche Büchereien bieten deshalb verstärkt Medien in anderen Sprachen. Für Besucher, die gemeinsam in der Bibliothek lernen wollen, sind an manchen Standorten eigene Räume geplant.

Vergangenes Jahr hat die Stadtbibliothek in allen Standorten (bis auf Mühlenberg, wo ein Neubau ansteht) die Möglichkeit geschaffen, dass Nutzer Bücher und andere Medien bei Ausleihe und Rückgabe selbst verbuchen. „Es bilden sich jetztweniger Schlangen, unsere Mitarbeiter haben mehr Zeit zur Beratung“, sagt Schelle-Wolff. Allerdings sollten auch Stellen abgebaut werden. Von den aktuell noch 180 Stellen soll die Zahl weiter auf rund 170 sinken. Der Etat von rund elf Millionen Euro pro Jahr soll beibehalten werden. 1,1 Millionen Euro davon sind für die Neuanschaffung von CDs, Büchern, DVDs und anderen Medien wie Konsolenspielen vorgesehen.

Aktuell bietet die Stadtbibliothek auch rund 16 000 E-Books. Diese elektronischen Bücher und Zeitschriften können für begrenzte Zeit auf den heimischen Computer oder das Tablet geladen werden. Vergangenes Jahr wurden diese Medien 80.000-mal ausgeliehen, eine Steigerung um 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt gab es im Jahr 2013 gut vier Millionen Entleihungen.

Umbauten und Sanierungen

Zwei eigene Büchereien für Kinder und Jugendliche gibt es bereits in der Südstadt und der List. Gestern hat die Stadtbücherei in ihrer Zentrale an der Hildesheimer Straße auf rund 100 Quadratmetern noch die „Junge Bibliothek“ eröffnet. Dort warten Arbeitsplätze, außerdem Sitzecken zum Fläzen, Jugendromane, Hörbücher, Filme, Konsolenspiele und Comics. Bei Befragungen von Besuchern und Bürgern war mehrfach der Wunsch nach einem eigenen Jugendbereich geäußert worden. Die im November 2013 wieder eröffnete Oststadtbibliothek bietet als zentrale Adresse den Bestand an internationalen Medien. Dort sind rund 12 000 Bücher, Filme und Hörbücher in 15 Sprachen zu finden. Diese Medien können in jeder Stadtteilbibliothek bestellt und dorthin geliefert werden. Einige Stadtteilbibliotheken halten auch selbst ein größeres Reservoir fremdsprachiger Bücher vor.

Pläne für 2014: Für dieses Jahr ist im Sommer die Sanierung der Nordstadtbibliothek geplant. Die seit 1956 am Engelbosteler Damm gelegene Bücherei muss deshalb von Juli bis Oktober schließen. Außerdem soll der Bus der Fahrbibliothek ersetzt werden. Die Ausschreibung wird dieses Jahr vorbereitet.

Aus der Stadt Mehr Schwarzfahrer als im Vorjahr - Üstra verteilt 56.731 Knöllchen
Bernd Haase 22.01.2014
22.01.2014
Tobias Morchner 22.01.2014