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Aus der Stadt Lesen und lesen lassen seit 575 Jahren
Hannover Aus der Stadt Lesen und lesen lassen seit 575 Jahren
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00:20 17.04.2015
Präsentieren das Geburtstagsprogramm und das älteste Buch im Bestand der Stadtbibliothek: Marlis Drevermann, Carola Schelle-Wolff, Michael Krische und Maria Haldenwanger. Fotos: Thomas (2)
Detlef Sohns zeigt das älteste Buch der Bibliothek. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Die Geschichte der Stadtbibliothek beginnt im Jahr 1440. Seine handgeschriebenen Bücher vermachte Konrad von Sarstedt damals der Marktkirche. Damit ist die hannoversche Stadtbibliothek die zweitälteste in Deutschland. Ihr 575-jähriges Bestehen feiert sie mit einer halbjährigen Veranstaltungsreihe. Außerdem erscheint am Montag ein Buch vom ehemaligen HAZ-Redakteur Michael Krische. Darin erläutert er die Geschichte der Stadtbibliothek.

Das älteste Buch der Stadtbibliothek hält Dr. Carola Schelle-Wolff in ihren behandschuhten Händen. „Darin geht es um die Abhandlung einer Messfeier“, sagt sie. Das sei typische Gebrauchsliteratur im 15. Jahrhundert gewesen. Die Schrift ist schnörkelig, die Sprache Latein. Zwei Urkunden belegen, dass von Sarstedt die Bücher an seinem Todestag, dem 23. April 1440, der Bibliothek in der Marktkirche schenkte. Dort war er als Pfarrer tätig.

Durch weitere Stiftungen und Zukäufe ist die Bibliothek über die Jahrhunderte gewachsen. 1889 zog sie ins Kestnermuseum, im Jahr 1931 wurde das heutige Bibliotheksgebäude eröffnet. Viele Jahrhunderte las nur die Elite in der Bibliothek, bis zur Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts die aufklärerischen Bürger die Öffnung für alle forderten. Heute gibt neben der Stadtbibliothek 16 Stadtteilbibliotheken und eine Fahrbibliothek.

Als „stolze alte Dame mit jungem Herzen und Ideen“ bezeichnet Kultur- und Schuldezernentin Marlis Drevermann die Stadtbibliothek. Sie sei modern, seit 2009 kann man auch elektronische Bücher ausleihen. Elektronischen Medien seien allerdings flüchtig. „Das fast 600 Jahre alte Buch wird es auch in 100 Jahren noch geben“, ist sich die Direktorin Schelle-Wolff sicher.

Das bleibt auch für Krisches Buch über die Stadtbibliotheksgeschichte zu hoffen. Finanziert wurde es vom Verein Freunde der Stadtbibliothek. „Über die Hälfte der rund 60 000 Euro Produktionskosten haben Vereinsmitglieder übernommen“, sagt die Vorsitzende Maria Haldenwanger. Den Rest bezahlten Sponsoren.

Sehen: Bei der Veranstaltungsreihe „575 Jahre Stadtbibliothek“ gibt es vom 23. April bis zum 24. Oktober ein vielfältiges Programm. Dazu gehören beispielsweise Spaziergänge zu hannoverschen Bibliotheksorten der Vergangenheit, eine Ausstellung mittelalterlicher Handschriften und diverse Vorträge. Auch das Buch von Konrad von Sarstedt wird zu sehen sein. In allen städtischen Einrichtungen liegt ein Programmheft aus.

Lesen: Am Montag erscheint Michael Krisches Buch „575 Jahre Stadtbibliothek Hannover - Geschichte und Geschichten“. Für 20 Euro wird es in der Stadt- und den Stadtteilbibliotheken sowie in hannoverschen Buchläden erhältlich sein.

Von Sarah Franke

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