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Aus der Stadt Hannover will Kulturhauptstadt sein
Hannover Aus der Stadt Hannover will Kulturhauptstadt sein
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10:00 20.11.2015
Von Mathias Klein
Im Sprengel-Museum werden die Ergebnisse des Stadtdialogs „Mein Hannover 2030“ präsentiert.   Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Der Bau von 1000 Wohnungen jährlich und die Verengung des Cityrings am Friedrichswall von drei auf zwei Fahrspuren - das sind zwei der Ergebnisse des Stadtdialogs „Mein Hannover 2030“. Außerdem will sich die Stadt als Europäische Kulturhauptstadt bewerben. Beim Stadtdialog waren in den vergangenen Monaten in rund 200 Veranstaltungen 1400 Anregungen, Hinweise und Forderungen aufgelistet worden. An den Veranstaltungen hatten 17 000 Interessierte teilgenommen. Donnerstagabend präsentierten Oberbürgermeister Stefan Schostok und die Dezernenten im Sprengel-Museum vor 500 Besuchern die Ergebnisse des Stadtdialogs. Nach Auffassung der Rathausspitze muss sich die künftige Entwicklung Hannovers an den folgenden Themenfeldern orientieren:

Wohnungsbau: Die Stadt wird den Bau neuer Wohnungen energisch vorantreiben. Geplant sind ab dem kommenden Jahr jährlich 1000 neue Wohnungen.

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Mobilität: Die im Jahr 2013 verschobene Verengung des Cityrings wird wieder ein Thema. Der Ring soll zwischen Aegi und Brühlstraße von drei auf zwei Fahrspuren verringert werden. Dann wäre dort mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer. Insgesamt soll die Mobilität in Hannover umweltgerechter gestaltet werden.

Stadtteile: Die Menschen wünschen sich mehr Attraktivität für ihren eigenen Stadtteil. Ohne die Innenstadt zu vernachlässigen, will das Rathaus deshalb in den Wohnquartieren unter anderem mehr Stadtteilkultur und mehr Hilfs- und Versorgungsangebote schaffen.

Wirtschaft: Hannover will vor allem im Bereich der sogenannten digitalen Wirtschaft sowie der kreativen Wirtschaft wachsen. Beide Branchen hätten den Vorteil eines geringen Flächenverbrauchs. Denn Flächen für Gewerbe und Wohnen sind in Hannover schon jetzt Mangelware.

Grünflächen: Die Hannoveraner verlangen leidenschaftlich, dass die vielen Grünflächen in ihrer Stadt erhalten bleiben. Deshalb soll Hannover eine grüne Großstadt bleiben.

Flächen: Die Konkurrenz um die wenigen Flächen wächst. Kooperationen mit den Kommunen im Umland sind eine Lösungsmöglichkeit. Es soll aber auch in der Landeshauptstadt neue Gewerbeflächen geben. Und das Rathaus will Mischbereiche für Wohnen und Gewerbe schaffen.

Integration: Das Rathaus verspricht, in allen Bereichen des Lebens für Integration und Inklusion zu sorgen.

Bildung: Betreuung und Bildung müssen mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt halten. Das Verhältnis der Angebote von Betreuungs- und Schulplätzen zur Einwohnerzahl soll sich trotz des Flüchtlingszustroms nicht verschlechtern. Aber es geht nicht nur um mengenmäßig ausreichende Angebote, sondern das Rathaus will auch nach und nach eine Verbesserung der Qualität erreichen.

Kultur: Hannover ist aus Sicht der Stadtspitze ein „herausragender Kulturstandort“, muss aber sein Selbstbewusstsein stärken. Die Bürger sollten ihre Stadt stärker „preisen“, meint Schostok. Hannover will sich als Europäische Kulturhauptstadt bewerben.

Finanzen: Ein ausgeglichener Haushalt ist kein Dogma, weil Hannover als wachsende Stadt investieren muss. Die Neuverschuldung soll aber in einem angemessenen Rahmen bleiben.

Die Ergebnisse liegen bis zum 17. Dezember in der Bauverwaltung, Bibliotheken und Freizeitheimen aus. Im Internet sind sie unter meinhannover2030.de nachzulesen.

20.11.2015
Gunnar Menkens 23.11.2015
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