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Aus der Stadt So wurde Andrea Lütke Fernsehchefin beim NDR
Hannover Aus der Stadt So wurde Andrea Lütke Fernsehchefin beim NDR
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00:22 10.03.2018
Stadtspaziergang mit der neuen Fernsehchefin NDR Andrea Lütke. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Grundsätzlich ist Andrea Lütke mit dem Rad unterwegs. Täglich von ihrem Wohnort Limmer bis zum NDR Landesfunkhaus am Maschsee, seit mittlerweile fast 25 Jahren ist das ihre Strecke. Beim Stadtpaziergang in Linden-Nord beweist Andrea Lütke, dass sie auch zu Fuß gut unterwegs ist, bei frostigen Temperaturen und auf ziemlich hohen Absätzen. Seit dem 1. August 2017 ist Lütke Leiterin des Programmbereichs Fernsehen im Funkhaus am Maschsee. „Ich hatte da keinen Karriereplan, so bin ich nicht“, sagt die 52-Jährige. Es habe einfach gepasst. Lütke hat schon darüber nachgedacht, ob sie sich den Job zutraut. „Kein Mann würde da hadern“, meint die sportliche Journalistin. „Es ist ja auch nicht so, dass man sich auf so einen Posten bewirbt. Man wird angesprochen.“ Und darauf ist sie durchaus ein bisschen stolz. Und sie sei bereit gewesen zu dem Zeitpunkt.

Ursprünglich stammt Andrea Lütke aus Hamburg. Nach dem Abitur hat sie beim Isenhagener Kreisblatt volontiert und wurde dort als Jungredakteurin übernommen. Ein Jahr darauf wechselte sie in den AS News Service des Axel Springer Verlags nach Hamburg, 1990 fiel die Entscheidung fürs Fernsehen. Lütke wurde Redakteurin, Reporterin und Moderatorin für SAT.1 in Hannover, danach Korrespondentin für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bei VOX. „Zeit zum Studieren hatte ich nie, es ging einfach immer weiter.“ Die Zeit beim News Service sei am schwersten gewesen, so Lütke. „Es war eine sehr Männer dominierte Redaktion, das war nicht  immer witzig.“

Bei SAT 1 hat sie dann die Stelle des legendären Henning von Steuben angetreten, „bei den Regionalprogrammen konnten wir viel ausprobieren.“ Und die Zeit bei VOX habe unter dem Motto Nachrichten pur gestanden, „das war total spannend.“ Sie habe alles alleine machen müssen, „das  Korrespondentenbüro aufbauen, freie Mitarbeiter gewinnen und in zwei Bundesdländern unterwegs sein.“ Eine breite Themenpalette hat sie damals abgedeckt. Mit der Jugendgerichtshilfe ist sie etwa mit links- und rechtsradikalen Jugendlichen nach Auschwitz gefahren. „Eine tolle Erfahrung.“  Trotzdem war Andrea Lütke froh, als sie 1994 als freie Reporterin  beim NDR am Maschsee anfangen konnte. „Das hat sich alles super gefügt. Natürlich muss man da Fleiß und Engagement mitbringen, aber Glück hatte ich auch.“ 

Ihren Beruf betrachtet die Mutter von zwei Söhnen ohnehin als Geschenk. „Wo sonst kann man in so viele Bereiche blicken, kann man so viele Menschen kennenlernen und bei Reportagen seine Zuschauer treffen“, schwärmt die 52-Jährige.  Bei den Landesprogrammen geht es viel um Tagesaktualität, „aber wir müssen uns auch immer auf die Suche nach Geschichten zur Nachricht machen.“  Diese müsse spannend und emotional „übersetzt“ werden. Im Regionalprgramm „Hallo Niedersachsen“ ist genau das die Aufgabe von Andrea Lütke und ihrem Team – rund 100 feste und freie Mitarbeiter gehören dazu. „Wir wollen begleiten, wie die Politik im Alltag der Menschen ankommt.“ Die Mischung ihrer Sendung  sei stimmig, findet Lütke.  Der jüngste NDR-Imagetrend jedenfalls besage, dass für 70 Prozent der Menschen im Norden, der Sender „sein Geld wert sei“. So die Umfrage-Antwort des NDR in Anspielung auf immer wiederkehrende Debatten über den Rundfunkbeitrag. Nicht zuletzt bewiesen das die Rückmeldungen der Zuschauer und die relativ hohen Einschaltquoten – 19 Prozent Marktanteil.

„Es gibt natürlich auch Kritik, aber offensichtlich fühlen sich die Menschen gut abgeholt.“  Die Bezeichnung Heimatsender sei ein Kompliment, „wir sind regional super aufgestellt, quasi unschlagbar“, so Lütke. Und das „Hallo-Publikum“ sei durchaus nicht ausschließlich im Rentenalter. 1994 hat Lütke beim Regionalprogramm begonnen, 1999 wurde sie Redakteurin, 2005 stellvertretende und sieben Jahre später Leiterin der Redaktion bevor sie dann im vergangenen Jahr die Nachfolge von Marlis Fertmann angetreten hat. 

Stadtspaziergang mit der neuen Fernsehchefin NDR Andrea Lütke . Quelle: Samantha Franson

Von der sie voller Respekt spricht. „Die Open-Air-Oper im Maschpark war ein Geniestreich“, betont Lütke. Sie ist froh, dass das Projekt von der Initiatorin weiter begleitet wird, „ein tolles Aushängeschild für Stadt und Sender.“ Nicht einmal die Kulisse mit Gerüst am Neuen Rathaus sei kein echter Störfaktor. „Wir haben hier eben das schönste Baugerüst der Welt,“ zitiert Andrea Lütke ihre Vorgängerin. Wobei die Fernsehchefin Hannover auch noch viele andere schöne Seiten abgewinnen kann. Ihme und Leine etwa  oder den Maschsee.  Von ihrem Haus in Limmer ist sie regelmäßig nach Linden unterwegs, spaziert wie jetzt an der Ihme entlang, die drei „warmen Brüder“ im Blick, um immer wieder gern auf der Limmerstraße zu landen. „Dieser Bereich ist eher meins als der Lindener Markt – abgesehen vom sonnabendlichen Marktgeschehen natürlich.“ 

Auch wenn Andrea Lütke ziemlich zufrieden ist mit ihrem Regionalprogramm, bewegt werden soll künftig trotzdem etwas. „Wir brauchen mehr Crossmedialität. Da ist noch einiges an Potenzial zu heben, da müssen wir ran.“  Sie ist zuversichtlich, dass sich das umsetzen lässt. Mit Fleiß, Engagement, einem  guten Team, stimmigen Konzepten und Überzeugung. „Das Landesfunkhaus hat mich klug gefördert. Das Vertrauen möchte ich zurückgeben.“ Andrea Lütke  meint von sich behaupten zu können, ehrlich und geradeaus zu sein. „Aber unangenehme Gespräche führen, das kann ich auch.“ Diese Mischung müsste stimmen. 

Von Susanna Bauch

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