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Aus der Stadt Stadtteil der Staatenlenker: Bei Schröder und Wulff in Waldhausen
Hannover Aus der Stadt Stadtteil der Staatenlenker: Bei Schröder und Wulff in Waldhausen
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00:15 12.01.2013
Angekommen: Christian Wulff vor seiner neuen Wohnung. Quelle: HansPaul Media
Hannover

Das gibt es bundesweit kein zweites Mal: ein Stadtteil, in dem gleichzeitig ein Altbundeskanzler und ein Altbundespräsident wohnen. Weder in Ludwigshafen-Oggersheim noch in Hamburg-Langenhorn, nur in Hannover-Waldhausen. Nicht im Zooviertel, nicht in Kirchrode oder im Villen­areal Waldheim. Sondern in Waldhausen. Durchtrennt von der lauten Hildesheimer Straße, gelegen an der noch lauteren Güterumgehungsbahn. Was zieht die Prominenz hierher?

Klar: Südstadt und Waldhausen sind die einzigen Stadtteile, die sowohl an die Eilenriede als auch an den Maschsee grenzen. Der malerische Vierthaler Teich mit dem Arthur-Menge-Brunnen liegt vor der Haustür, die Nachbarschaften sind nett, man kennt sich. Am Mittwoch ist, nach der Trennung von Christian und Bettina Wulff, ein neuer Nachbar hinzugekommen.

Nach der Trennung des Ehepaars Christian und Bettina Wulff ist der ehemalige Bundespräsident in eine Dachgeschosswohnung in Hannover-Waldhausen gezogen.

Umzugswagen stehen vor der Tür in der Straße Am Landwehrgraben, Mitarbeiter  einer Münchener Firma tragen im eher gemächlichen Tempo Kartons in die Wohnung, auch einige Schränke. Betont unauffällig beobachtet das ein Rentnerpaar, das nur ein paar Häuser weiter wohnt. Die beiden drehen eine kleine Spazierrunde, um zu sehen, was in das Haus mit der frisch gestrichenen grauen Fassade getragen wird. Auf der Balkonbrüstung steht ein Aschenbecher. Wirklich zu sehen gibt es: nichts.

Über die prominenten Bewohner werde schon geredet, berichtet Ilknor Kilic. Die 46-Jährige betreibt seit sieben Jahren den Zeitschriftenladen am Döhrener Turm, praktisch das Gesprächszentrum im Stadtteil, nur etwa 250 Meter von der neuen Wulff-Wohnung entfernt.  „Die Leute kommen hier herein und reden über Wulff“, verrät Kilic. Das hat durchaus auch ökonomische Folgen: „Die Zeitungen sind jetzt immer schon früh vergriffen.“

Dass nach der Familie des Altkanzlers Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf nun mit Wulff ein weiterer früherer Spitzenpolitiker in den Stadtteil zieht, sehen die meisten gelassen. „Hier kann man gut leben“, sagt Kilic. Wenn Wulff ab und zu eine Zeitung kaufe oder ein paar Kopien mache, das fände sie schön: „Ich freue mich über jeden Kunden.“

Hartmut Badenhop, Waldhausen-Bewohner und früherer Landessuperintendent, will sich am Klatsch nicht beteiligen. Er sorge sich vor allem um Wulff selbst, sagt der 83-Jährige: „Was soll der arme Kerl denn noch machen?“ Andere wollen ganz genau wissen, in welches Haus Wulff gezogen ist, suchen die Straße mithilfe von Fotos ab – wie ein Ehepaar am Mittwoch im Nieselregen. „Man ist ja neugierig“, gesteht der 61-Jährige Mann. Schließlich habe das Paar bis zum Umzug vor drei Jahren nach Waldhausen schon in Burgwedel in der Nähe der Wulffs gewohnt – irgendwie sei man sich ja stets nahe. Und schon wieder: Die 65-jährige Ehefrau hat kurz vor der Besichtigungstour noch Bettina Wulff beim Schwimmen im nahegelegenen Aspria-Club am Maschsee gesehen.

Andere müssen nicht lange suchen: Der hannoversche CDU-Politiker Dirk Toepffer wollte Wulff eigentlich während seiner Wahlkampf-Hausbesuche in Waldhausen begrüßen. „Er war aber nicht da.“ Später ließ Toepffer von einem Mitarbeiter einen Blumenstrauß zur Wohnung bringen, als Willkommensgruß. Willkommen ist Wulff parteiübergreifend. SPD-Bezirksbürgermeisterin Christine Ranke-Heck sagt: „Wir freuen uns über jeden, der die Schönheit des Bezirks in Hannovers Süden für sich entdeckt.“

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