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Aus der Stadt Mitarbeiter wollen auf weniger Lohn verzichten
Hannover Aus der Stadt Mitarbeiter wollen auf weniger Lohn verzichten
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07:09 12.02.2015
Von Andreas Schinkel
Personaldezernent Harald Härke. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Es deutet sich an, dass die rund 10.000 Stadtbeschäftigten künftig auf weniger Geld verzichten wollen. Eine interne Umfrage unter den Personalvertretern hat ergeben, dass man sich auf einen Gehaltsabschlag von einem Prozent einlassen würde. „Die Kollegen sind nicht mehr bereit, so viel Geld abzugeben“, sagt ein Personalrat.

Damit würde Kämmerer Marc Hansmann (SPD) künftig höhere Personalkosten einplanen müssen. Für dieses Jahr plant er ohnehin mit einem Haushaltsdefizits von 100 Millionen Euro. Der Gehaltsabschlag von zwei Prozent hat den Haushalt jährlich um rund sieben Millionen Euro entlastet. Das Geld ist den Mitarbeitern aber nicht verloren gegangen, sondern floss in eine Versorgungskasse.

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Sicherheit war vor fünf Jahren wichtig

Als der Haustarif vor fünf Jahren vereinbart wurde, galt Sicherheit und Bestandsschutz als hohes Gut. Denn einzelne Bereiche der Verwaltung, etwa das Hannover Congress Centrum und die Stadtentwässerung, fürchteten, ausgegliedert und privatisiert zu werden. „Diese Sorge ist jetzt nicht mehr so groß, allenfalls noch im Bäderbereich vorhanden“, sagt ein Kenner der Verwaltung. Doch habe das Beispiel Misburger Bad gezeigt, dass selbst private Firmen kaum in der Lage sind, ein Schwimmbad wirtschaftlich zu betreiben. Das Misburger Bad ist im vergangenen Jahr wieder von der Stadt Hannover übernommen worden.

Das Argument, mit dem Lohnverzicht einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten, scheint bei den Mitarbeitern kaum zu verfangen. Viele Beschäftigte begegneten den düsteren Haushaltsprognosen des Kämmerers misstrauisch, heißt es. Hansmann droht zwar mit Personalabbau, doch die Mitarbeiter verlassen sich auf ihren Personaldezernenten. Harald Härke hatte vor einigen Monaten angekündigt, den Stellenplan „einzufrieren“. Wenn man an einer Stelle zusätzliche Kräfte benötige, sagte er, etwa Erzieher für neue Kitas, müsse in einem anderen Bereich „vorsichtig“ abgebaut werden.

Verhandlungsrunde beginnt bald

Die Drohkulisse von Arbeitgeberseite scheint also wenig angsteinflößend zu sein. Interessiert sind die Beschäftigten aber weiterhin an Sicherheiten aus dem alten Vertrag. Dazu zählt die Arbeitszeit von 38,5 Stunden pro Woche. Auch die Übernahme von Auszubildenden in ein befristetes Arbeitsverhältnis solle nach wie vor gewährleistet bleiben.

In einigen Tagen startet die dritte Verhandlungsrunde zum Haustarifvertrag für die Stadtbeschäftigten.

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