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Aus der Stadt Kleingärten werden radiologisch untersucht
Hannover Aus der Stadt Kleingärten werden radiologisch untersucht
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00:17 19.10.2017
Von Andreas Schinkel
Die Stadt lässt überprüfen, ob Chemiefabrikant de Haen auch auf anderen Grundstücken radioaktive Materialien gelagert hat. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Vor rund zehn Jahren haben die Strahlenbelastungen auf dem Lister de-Haen-Platz bundesweit Schlagzeilen gemacht. Dabei handelte es sich um Rückstände aus der Zeit, als auf der Fläche das Chemiewerk der Familie de Haen stand. Der Boden musste ausgetauscht werden, auch auf mehreren Grundstücken in der List wurden erhöhte Strahlenwerte gemessen, und die Bagger mussten anrücken. Die Stadt hat daraufhin einen Altlastensanierungsfonds aufgelegt.

Jetzt rücken erneut die Strahlenmesser an. 450 Kleingärten werden untersucht, dazu kommen zwei Sportanlagen (Tennis- und Sportverein Schwarz-Weiß und TSV Fortuna Sachsenross). Die Grundstücke haben eines gemeinsam, sie befanden sich einst im Besitz der Fabrikanten-Familie de Haen. "Wir können nicht hundertprozentig ausschließen, dass dort strahlendes Material abgelagert wurde", sagt Umweltdezernentin Tegtmeyer-Dette. Einen konkreten Verdacht gebe es nicht, die Stadt reagiere auf die Empfehlung eines Gutachterbüros, das die ehemaligen Besitztümer der de-Haen-Familie recherchierte. Es handele sich um städtische und private Grundstücke. Die betroffenen Kleingärtner werden angeschrieben. Alles sei mit dem Bezirksverband der Kleingärtner abgestimmt, heißt es vonseiten der Verwaltung.

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Anfang 2018 sollen die Untersuchungen beginnen. Zunächst wird mit Handgeräten geprüft, ob erhöhte radioaktive Werte vorliegen. "Weiterhin wird vor Ort gemessen, ob das Gas Radon in Gartenlauben in unnatürlich hohen Gehalten vorkommt", heißt es im Verwaltungspapier. Sollten sich keine Auffälligkeiten ergeben, rechnet die Stadt damit, die Untersuchungen innerhalb eines Jahres zu beenden.

Finanziert werden die Tests aus dem Altlastenfonds. Die Stadt rechnet mit Kosten von 125 000 Euro. Sollten die Messgeräte ausschlagen und weitere Untersuchungen nötig werden, erhöht die Stadt das Budget. Insgesamt sind rund 340 000 Euro für das Vorhaben vorgesehen. Der Rat muss dem Vorhaben noch zustimmen.

Die Stadt lässt jene Flächen zuerst untersuchen, auf denen die Wahrscheinlichkeit am größten ist, dass der Boden belastet ist. Im ersten Abschnitt sind das die Kleingartenkolonien "Gut Grün", "zur guten Hoffnung", "Immergrün" - alle am Lister Damm. Zudem die Kolonie "Sperlingslust" am Listholze.

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