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Aus der Stadt Stadtwerke bekommen weiblichen Chef
Hannover Aus der Stadt Stadtwerke bekommen weiblichen Chef
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00:15 11.05.2015
Von Jens Heitmann
Die Stadtwerke Hannover bekommen einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Quelle: Heusel/Montage
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Hannover

Weil es in den 17 städtischen Unternehmen bisher nur eine Frau an der Spitze gibt, drängte die rot-grüne Ratsmehrheit bei „ihrem“ Versorger auf eine weibliche Nummer eins. Der Wunsch sei der Findungskommission Befehl gewesen, hieß es am Donnerstag. Man habe eine geeignete Kandidatin gefunden – „und das ist bestimmt keine Quotenfrau“.

Anders als sonst bei Enercity üblich, halten sich die Eingeweihten dieses Mal an ihre Schweigegelübde. Nur soviel dringt nach draußen: Alle bisher auf dem Flurfunk kolportierten Namen seien falsch. Vor allem Männer wurden hier zuletzt gehandelt – wohl auch, weil die Zahl geeigneter Aspirantinnen in der Energiebranche immer noch als recht überschaubar gilt.

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Die sechsköpfige Findungskommission habe sich davon aber nicht abschrecken lassen, hieß es. Als hilfreich stellte sich heraus, dass auch der Chef der Stadtwerke-Holding Thüga, Michael Riechel, mit von der Partie war, der über seine Beteiligung an mehr als hundert kommunalen Versorgern Stärken und Schwächen potenzieller Kandidat(inn)en besser einschätzen könne als andere. Ein Personalberater sondierte das Feld von außen.

Die Grünen hatten zwischenzeitlich Claudia Kemfert als Kandidatin ins Spiel gebracht, doch die Energieexpertin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung war im Aufsichtsrat nicht vermittelbar. „Wir brauchen jemanden, der das Unternehmen auch wirklich führt – und keine Politikerin“, hieß es seinerzeit.

Dieses Anforderungsprofil erfülle „die Neue“, verlautete aus dem Kreis der Beteiligten. Nach längerer Suche hatte die Findungskommission den Kreis der potenziellen Feist-Nachfolger auf fünf Personen eingegrenzt: Drei Männer und zwei Frauen. Dem Vernehmen nach kommen alle aus der „Stadtwerke-Szene“ – Bewerbungen aus dem Kreis von Branchenriesen wie Eon oder RWE habe man von Anfang an ausgeschlossen – „wegen der Konzerndenke“, hieß es.

Dass sich am Ende die beiden Frauen als die besten Kandidaten präsentierten, hat offenbar auch die Findungskommission überrascht. Die Männer hätten sich eher als Vertreter der alten Energiewelt vorgestellt – „mehr Kohle als Sonne und Wind“, wie ein Beteiligter berichtete. Den Namen der neuen Chefin aber wollen die Aufsichtsräte erst heute verraten. Zweifel lassen sie nicht zu: Der Vertrag laufe gleich über fünf Jahre, hieß es. 

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