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Aus der Stadt Stadtwerke erhöhen Preise ab Oktober
Hannover Aus der Stadt Stadtwerke erhöhen Preise ab Oktober
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19:55 02.08.2012
Die Stadtwerke erhöhen ab Oktober ihre Preise. Quelle: Michael Thomas (Archivbild)
Hannover

Zum zweiten Mal binnen zehn Monaten wollen die Stadtwerke an der Preisschraube für Privatkunden drehen. Der Vorstand will von Oktober an die Tarife für Strom um 8,8 Prozent erhöhen. Gaspreise sollen um 4,7 Prozent und Wasserpreise um 3,1 Prozent steigen. Für eine dreiköpfige Durchschnittsfamilie bringt das jährliche Mehrkosten in Gesamthöhe von mehr als 130 Euro mit sich. Die Preisvorstellungen werden in der kommenden Woche dem Aufsichtsrat unterbreitet, dessen Zustimmung als sicher gilt. „Wir garantieren die neuen Preise für sechs Monate; hoffen aber, dass wir sie ein Jahr lang halten können“, sagt der Vorstandsvorsitzende Michael Feist. Die Preise für Fernwärme bleiben unverändert.

Zuletzt hatte der Energieversorger zum 1. Dezember die Tarife angehoben. Damals waren es beim Gas sogar fast zehn Prozent, beim Strom knapp fünf Prozent. Davor waren die Gaspreise in Hannover 20 Monate stabil geblieben, diejenigen für Strom immerhin 14 Monate. Der Dezemberpreissprung beim Strom war zu wesentlichen Teilen auf Marketing- und Vertriebsaufwand zurückzuführen. „Das spielt aktuell keine wesentliche Rolle. Wir haben diese Kosten gedrückt“, teilen die Stadtwerke mit. Ihr Marktanteil bei der Strom- und Gasversorgung in Hannover liegt bei jeweils 90 Prozent.

Strom
Die saftige Preissteigerung beim Strom begründen die Stadtwerke vor allem mit staatlich geforderten Abgaben, für die letztlich der Endverbraucher finanziell gerade stehen müsse. „Mittlerweile sind zwei Drittel des Strompreises staatlich bestimmt, das ist eine Entwicklung wie beim Benzinmarkt“, kritisiert Feist. Allein die Subventionierung der Sonnenenergie sei die Ursache für mehr als die Hälfte des Preisanstiegs.

Das wird nach Einschätzung von Feist auch so bleiben: „Zwar hat man die Fördersätze für Photovoltaik gekürzt, aber das wird keine Einbremseffekte bringen.“ Weitere Kostentreiber seien die Subventionen für energieintensive Betriebe aus der Industrie sowie steigende Netznutzungsentgelte. Insgesamt summierten sich die Mehrkosten für die Stadtwerke so auf 15,4 Millionen Euro im Jahr – „kein Betrag, den wir einfach wegstecken können“, wie Feist erklärt.

Gas
Die Erhöhung des Gaspreises ist zwar prozentual geringer als die beim Strom, wirkt sich aber mit 70 Euro im Jahr Mehrbelastung finanziell am stärksten für die Verbraucher aus. Als Grund nennen die Stadtwerke wie immer in solchen Fällen die gestiegenen Weltmarktpreise für Rohstoffe. Immerhin haben die Stadtwerke nach Angaben von Feist die Konditionen eines für sie ungünstigen langfristigen Liefervertrages gedrückt und können insgesamt flexibler auf gute Beschaffungspreise reagieren. Eine spürbare Entspannung auf dem Markt erwartet der Vorstandschef aber nicht.

Wasser
Beim Wasserpreis machen sich unter anderem die Sanierungs- und Wartungskosten für das Leitungsnetz bemerkbar. Zwar geht der Wasserverbrauch in privaten Haushalten seit Jahren zurück, aber das Netz kann nicht verkleinert werden: „Es ist für Einsätze der Feuerwehr dimensioniert“, sagt Feist.

Im bundesweiten Vergleich sehen sich die Stadtwerke auch mit höheren Tarifen gut positioniert. Man liege bei Strom und Gas unter dem Marktdurchschnitt.  „Die Rahmenbedingungen, mit denen wir zu kämpfen haben, betreffen andere Unternehmen genauso“, sagt Feist. Zum Winter haben bislang 52 Versorger Gaspreissteigerungen angekündigt.

Bernd Haase
 und Inga Vennemann

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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