Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Stadtwerke erhöhen Strompreis um 5,8 Prozent
Hannover Aus der Stadt Stadtwerke erhöhen Strompreis um 5,8 Prozent
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 10.02.2013
Von Bernd Haase
Teurer Verbrauch: Die Stadtwerke erhöhen den Strompreis. Der Vorstandsvorsitzende Feist verweist auf Belastungen durch die Förderung von Ökostrom. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Anzeige
Hannover

Um dieselbe Prozentmarge werden auch die Strompreise für Nachtspeicherheizungen angehoben. Für die Stadtwerkekunden ist es die dritte Preisrunde beim Strom seit Dezember 2011. Der Vorstandsvorsitzende Michael Feist begründet die Erhöhung, die in der kommenden Woche endgültig vom Aufsichtsrat beschlossen werden soll, mit Belastungen durch die Förderung erneuerbarer Energien sowie für Netzentgelte. „Das schlägt bei uns mit jährlichen Mehrkosten in Höhe von 10,9 Millionen Euro zu Buche, die wir intern nicht auffangen können“, erklärt der Stadtwerkechef.

Die staatlich geforderten Abgaben hatten schon bei der letzten Preiserhöhung im Oktober als Begründung herhalten müssen. „Jetzt sind aber weitere Belastungen hinzugekommen, die wir seinerzeit noch nicht einkalkuliert hatten“, sagt Feist. Als Beispiele nannte er unter anderem höhere Entgelte für die Netznutzung, die der überregionale Versorger Tenet erhebt, die Kosten die entstehen, weil energieintensive Betriebe sich nicht an der Ökostromumlage beteiligen müssen und die sogenannte Haftungsumlage. Diese garantiert den Investoren für Windparks auf hoher See eine Entschädigung, wenn sie ihren erzeugten Strom mangels rechtzeitig fertiggestellter Leitungen nicht an Land schicken können. „Mittlerweile sind mehr als 70 Prozent der Stromkosten staatlich verursacht und von uns nicht beeinflussbar“, resümiert Feist. Die Stadtwerke wollen selbst in großem Stil in die Windenergie einsteigen. Ein erstes Projekt dazu stehe vor dem Abschluss; Details nannte das Unternehmen nicht.

Anzeige

Aus denselben Gründen wie die Stadtwerke haben nach Angaben der Verbraucherverbänden mehr als 500 Versorger die Preise erhöht oder planen dies bis April. „Wir bleiben unserer Linie treu, dass wir mit unseren Tarifen etwas unterhalb der bundesweiten Durchschnittspreise liegen“, sagt Feist. Wer einen Vertrag nach dem Optionsmodell mit zwölfmonatiger Gültigkeit besitzt oder bis zum 31. März einen abschließt, zahlt solange die alten Tarife, wie der Kontrakt läuft. Die Stadtwerke erwarten, dass die neuen Tarife bis Dezember halten.

Zuletzt waren mit den Strom- auch die Gaspreise angestiegen. Das ist  dieses Mal nicht so. „Beim Gas sind die Markt- und damit unsere Einkaufspreise derzeit günstig, es gibt für uns bis zum Sommer keinen Handlungsbedarf“, sagt Feist. Für die Zeit danach gab der Vorstandsvorsitzende keine Prognose ab. Im Gegensatz zu den Strom- sind die Gaspreise in der Vergangenheit schon mal gesunken.

Michael Zgoll 07.02.2013
07.02.2013