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Aus der Stadt Städte suchen dringend nach Pflegeeltern
Hannover Aus der Stadt Städte suchen dringend nach Pflegeeltern
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08:21 03.10.2009
Sprecherin der Stadt Hannover: Konstanze Kalmus Quelle: Tim Schaarschmidt (Archiv)

Eine Umfrage ergab, dass sich der Bedarf an Pflegeeltern in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat. Nicht zuletzt habe die Zunahme von psychischen Erkrankungen und Armutsfolgen sowie die Überforderung von Eltern den Bedarf an Pflegefamilien kontinuierlich steigen lassen, sagte die Sprecherin der Stadt Hannover, Konstanze Kalmus. „Hannover sucht ständig Vollzeitpflegeeltern, die Kinder befristet oder auf Dauer aufnehmen.“

Dringend sei der Bedarf an Eltern, die aufgrund ihrer Erfahrung oder Qualifikation in der Lage seien, besonders entwicklungsgestörte Kinder in ihrer Familie zu fördern und zu unterstützen. Zwischen 2005 und 2008 vermittelte die Stadt Hannover jeweils 20 bis 25 Kinder in Vollzeitpflegefamilien. „Die Pflegekindervermittlung beteiligt sich an einer niedersachsenweiten Arbeitsgemeinschaft mit dem Ziel, überregional zu werben. Alle Pflegekinderdienste haben die gleichen Schwierigkeiten bei der Werbung, insbesondere von Sonderpflegeeltern“, sagte Kalmus.

„Die Bewerber müssen in einer klaren Eltern- und Paarrolle leben. Es dürfen keine akuten Krisensituation wie Krankheit oder Schulden in der Familie vorhanden sein“, betonte Kalmus. Bei der Betreuung legt das Amt Wert darauf, das der Altersabstand zum Kind und die Lebensphase der Pflegeeltern stimmig ist.

Auch die Stadt Osnabrück suche regelmäßig Eltern für die Aufnahme von Pflegekindern, sagte Heribert Konermann vom städtischen Adoptions- und Pflegekinderdienst. Dazu setze sie auf Buswerbung und auf Handzettel. „Für ganz kleine Kinder, für einen gesunden Säugling, da haben wir immer genug Pflegeeltern, aber für ältere Kinder oder für Kinder mit besonderem Pflegebedarf oder Auffälligkeiten, da suchen wir ständig geeignete Familien.“

Das Amt erwartet, dass die Bewerber gerne mit Kindern zusammen sein möchten. „Man muss ein Herz für Kinder haben“, sagte Konermann. Aber in der Wohnung müsse es auch einen eigenen Raum für das Kind geben, die wirtschaftlichen Verhältnisse müssten stabile sein, die Eltern müssten gesund und belastbar sein. „Wir erwarten auch die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, um einschlägig vorbelastete Straftäter auszuschließen“, sagte Konermann.

Im Landkreis Aurich steige ebenfalls der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder, sagte der stellvertretende Leiter des Jugendamtes, Jürgen Homann. Gleichzeitig gehe die Bereitschaft, ein Pflegekind aufzunehmen, zurück. In dem Landkreis sind derzeit fast 200 Kinder in sogenannter Vollzeitpflege. Auf dem Land sei es einfacher, Pflegeeltern zu finden als in der Stadt. Doch nicht jeder eigne sich für diese Aufgabe. „Die Schwierigkeiten der Kinder sind größer als früher“, erklärte Homann. Die meisten seien nicht altersgemäß entwickelt. Deshalb suche das Jugendamt nach Familien mit pädagogischen Fähigkeiten.

„Wir haben nie genug Pflegeeltern“, sagte die Sprecherin von „Pflegekinder in Bremen“ (PiB), Eva Rhode. Derzeit leben in der Hansestadt rund 550 Kinder in 400 Pflegefamilien. Die PiB wirbt nicht nur per Annonce um geeignete Eltern. Auch im Theater Bremen sind die Mitarbeiter bei Aufführungen des Stücks „Das stille Kind“ vor Ort. Insbesondere wenn Kinder traumatisiert oder krank seien, seien die Erwartungen an die Pflegefamilie hoch, erklärte Rhode. Außerdem dürfe das polizeiliche Führungszeugnis keine Einträge haben.

Eindeutig zu wenig Pflegeeltern gebe es auch im Südharz, sagte Elfi Jugl-Bernd vom Landkreis Osterode. Das Jugendamt habe mit einer großen Werbekampagne darauf reagiert, Pressekonferenzen und Informationsveranstaltungen organisiert, Poster aufgehängt, Flyer verteilt und Kontakte zu Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Kindertagesstätten ausgebaut.

Der Pflegekinderdienst der Stadt Braunschweig veranstaltet seit 1999 zwei- bis dreimal jährlich Informationswochenenden mit Bewerbern. Bislang sei dies die erfolgreichste Art der Pflegeelternwerbung, sagt der Sprecher der Stadt Braunschweig, Jürgen Sperber. „Jährlich können auf diesem Weg zwischen sechs und acht neue Pflegefamilien gewonnen werden.“

lni

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