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Aus der Stadt Steintor-Wirte kritisieren Polizei
Hannover Aus der Stadt Steintor-Wirte kritisieren Polizei
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21:33 20.02.2012
Von Tobias Morchner
Am Sonntagmorgen wurde ein 25-jähriger am Steintor niedergestochen. Quelle: Schaarschmidt
Hannover

Stattdessen verfolge die Polizei „im Moment die Strategie, Kleinigkeiten mit einem Riesenaufgebot zu bearbeiten.“ Dies sei geschäftsschädigend. Der 25-jährige Lars H. hatte am Sonntag gegen 5.30 Uhr gegenüber der „Sansibar“ einen Streit zwischen seinem besten Freund und einem 27-Jährigen schlichten wollen. Ohne Vorwarnung zog der 27-Jährige ein Messer, stach es Lars H. in den Oberkörper und verletzte dabei das Herz des jungen Mannes, dessen Zustand kritisch ist. „Er wird derzeit nur von Maschinen am Leben gehalten“, sagt der Vater des Opfers.

Die Türsteher der „Sansibar“ und des Kiez-Klubs beobachteten den Angriff und mischten sich ein. Sie hielten den 27-jährigen Messerstecher und eine Begleiterin bis zum Eintreffen der Polizei fest. „Die Beamten haben sich aber nur um den Mann gekümmert und die Frau laufen lassen, obwohl meine Mitarbeiter mehrmals darauf hingewiesen haben, dass sie auch in die Sache verwickelt ist“, sagt der Sicherheitskoordinator der Türsteher. Von der Unbekannten fehlt bislang jede Spur, ebenso von der Tatwaffe. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass der 27-Jährige seiner Begleiterin das Messer vor seiner Festnahme übergeben hat. Der mutmaßliche Messerstecher schweigt zu dem Vorfall, er sitzt seit Montag in Untersuchungshaft.

Ein 25-Jähriger ist am Sonntagmorgen am Steintor niedergestochen worden. Er hatte einen Streit zwischen zwei Männern schlichten wollen und schwebt nun in Lebensgefahr.

Seit dem Rückzug von Frank Hanebuth und seinen Hells Angels, die zum Teil für die Sicherheit an den Türen im Steintorviertel verantwortlich waren, versucht die Polizei, mit einem neuen Sicherheitskonzept die Probleme in den Griff zu bekommen. Die Wirte hatten schon in der Vergangenheit bedauert, dass sich die Hells Angels nach heftiger öffentlicher Kritik an ihrer Rolle in dem Viertel zurückgezogen hatten. Inzwischen hat die Polizei am Marstall eine neue Präsenzwache errichtet. Einiges sei bereits besser geworden, aber es sei am Steintor noch längst nicht alles in Ordnung, hatte die Behörde erst in der vergangenen Woche verlauten lassen.

Das sehen die Steintor-Wirte offenbar ähnlich, allerdings auf ihre Weise: „Wir beobachten seit dem Rückzug von Frank Hanebuth einen deutlichen Verlust von Grundrespekt der problematischen Gästegruppierungen.“ Die Kontrollen der Polizei seien nicht genügend wirksam, kritisieren die Klubbetreiber. Dieser Darstellung widerspricht die Polizei vehement. Seit der Einrichtung der Präsenzwache Mitte Dezember bis Anfang Februar hätten die Beamten im Steintor 2280 Personalien aufgenommen und 530 Durchsuchungen vorgenommen. „Bislang sind 165 Strafverfahren eingeleitet worden, 26 davon wegen Körperverletzung und 27 wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz“, sagt Polizeisprecher Heiko Steiner.

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