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Aus der Stadt Königlicher Besuch im Landtag
Hannover Aus der Stadt Königlicher Besuch im Landtag
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22:43 05.01.2015
Christus segne diese Wohnung: Die Sternsinger im Landtag.
Christus segne diese Wohnung: Die Sternsinger im Landtag. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Rund 90 Kinder mit festlichen Umhängen, glitzernden Kronen und selbst gebastelten Sternen strömen aufgeregt in den Plenarsaal im provisorischen Landtag. Begleitet von einer Gitarre singen sie zunächst etwas zaghaft das Lied „Stern über Bethlehem“ und setzen sich auf die Plätze, auf denen normalerweise Abgeordnete sitzen.

Sternsinger aus acht katholischen Gemeinden der Stadt und Region Hannover zu Besuch im Landtag.

Landtagspräsident Bernd Busemann begrüßt die Sternsinger: „Damals war ich als Balthasar verkleidet“, erzählt Busemann von seinen Erinnerungen und verteilt seine Spende gerecht auf die vielen Sammelbüchsen. Die neunjährige Victoria ist zum ersten Mal dabei – und vor dem großen Termin im Landtag sehr aufgeregt. Das Singen ist aber kein Problem. „Hat man einmal den richtigen Takt, ist alles ganz leicht“, sagt die Neunjährige. Normalerweise sind die kleinen Caspars, Melchiors und Balthasars nicht im Landtag, sondern ziehen von Haus zu Haus und bringen in Anlehnung an die Heiligen Drei Könige Segen zu den Menschen – und sammeln Geld für Hilfsprojekte auf der ganzen Welt. Der Schriftzug „20*C+M+B*15“ wird dabei mit Kreide an den Türsturz geschrieben. Er bedeutet: „Christus mansionem benedicat“, zu Deutsch: „Christus segne dieses Haus.“

Zuvor hatten die Kinder schon Ministerpräsident Stephan Weil in der Staatskanzlei besucht. „Ihr tut nicht nur etwas Sinnvolles, weil ihr Gottes Segen in die Welt bringt, sondern ihr helft dabei auch noch anderen Kindern“, lobte Weil die Sänger. „Segen bringen, Segen sein. Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit,“ lautet das Leitwort des diesjährigen 57. Sternsingen. Im vergangenen Jahr wurden weltweit rund 44,5 Millionen Euro von Kindern für Kinder in Not gesammelt.

„Eigentlich wollte ich schon im letzten Jahr bei den Sternsingern mitmachen, aber da kannte ich noch keinen in der Gruppe und habe mich nicht getraut“, sagt Victoria. Die Sternsinger sind alle zwischen acht und 13 Jahren alt. Manche sind allerdings schon seit Jahren dabei: Kai und Jan etwa, die von Mutter Constance Mergenthaler begleitet werden. Die Jungs sind zehn und acht Jahre alt – und schon seit sechs Jahren mit den Sternsingern unterwegs. „Jan war beim ersten Mal zwei Jahre alt“, sagt Mergenthaler. Die 48-Jährige ist Betreuerin in der Gemeinde St. Heinrich und kümmert sich dort um die Organisation der acht Sternsinger. „Ich hoffe, dass meine Kinder durch dieses Engagement einen bewussteren Blick auf die Welt bekommen“, erklärt sie.

Die Sternsinger besuchen auch Krankenhäuser und Altenheime und werden so mit Behinderungen und Krankheiten konfrontiert. „Am Abend merke ich dann, dass meine Söhne die Erlebnisse verarbeiten und über Situationen nachdenken und diese hinterfragen. Das Wissen, dass es anderen Kindern auf der Welt schlechter geht, ist wichtig für die Entwicklung der Kinder und auch für ihr späteres Leben“, betont die Mutter. Für ihre Truppe ging es nach dem Landtag noch weiter in das Rathaus, wo die Sternsinger von Bürgermeister Thomas Hermann begrüßt wurden – der natürlich mit einer weiteren Spende ihre Büchsen klingeln ließ.

Von Sarah Schuhmacher

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