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Aus der Stadt Aufzug am Kröpcke wird teurer
Hannover Aus der Stadt Aufzug am Kröpcke wird teurer
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07:28 07.08.2013
Im Bau: Der neue Aufzug am Kröpcke soll ohne Umstieg nach oben führen. Quelle: Hagemann
Hannover

Der Bund der Steuerzahler kritisiert eine drastische Kostensteigerung beim umstrittenen Bau eines neuen Aufzugs an der Stadtbahnstation Kröpcke. Bisher hatte die für den Bau zuständige Regionstochter infra 540 000 Euro für die Anlage eingeplant. Das Geld kommt komplett von der Region. Jetzt soll der Aufzug plötzlich 120 000 Euro mehr kosten, wie aus einer Vorlage für die nächste Sitzung des Verkehrsausschusses in der kommenden Woche hervorgeht.

In dem Papier wird die Kostensteigerung auf 660 000 Euro unter anderem damit begründet, dass der Aufzug noch vor der Weihnachtszeit in Betrieb gehen soll. Der preiswertere der beiden Anbieter für die Aufzugstechnik habe eine Fertigstellung erst im kommenden Jahr zusagen können, daher habe man sich für das teurere Unternehmen entscheiden müssen.

„Das ist eine sehr ärgerliche Angelegenheit“, sagt der Vorsitzende des Bundes der Steuerzahler in Niedersachsen, Bernhard Zentgraf. Insgesamt sei die gesamte Anlage fragwürdig, weil die Station Kröpcke bereits behindertengerecht ausgebaut sei. Zentgraf verwies auf eine Entscheidung des Landes, das die finanzielle Förderung des neuen Aufzuges abgelehnt hatte.

Den Planungen der Region zufolge soll der Aufzug, der vom Bahnsteig der Stadtbahnlinien 3, 7 und 9 bisher nur in die Passarellenebene führt, nach oben in die Karmarschstraße verlängert werden. Bisher muss jeder, der vom Haltepunkt unter der Karmarschstraße an die Oberfläche will, einen etwa 160 Meter langen Weg bis zum nächsten Aufzug in Kauf nehmen.

Nach Angaben von infra-Chef Stefan Harke wird der größte Teil der zusätzlichen Ausgaben nicht durch die Technik, sondern durch Kostensteigerung bei Handwerkerleistungen wie zum Beispiel den Abbrucharbeiten verursacht. „Ich bedauere, dass wir uns verschätzt haben“, sagte Harke. Es gebe aber derzeit keine Handwerker, die das preiswerter machen könnten.

Der Verkehrsdezernent der Region, Ulf-Birger Franz, verteidigte ebenfalls den Bau. „Die Kosten liegen noch im Rahmen“, sagte er. Am Kröpcke stiegen täglich 150 000 Fahrgäste ein und aus, berichtete er. Derzeit gebe es dort einen Doppelaufzug mit zwei unabhängig voneinander fahrenden Kabinen von der U-Bahn-Station an die Oberfläche, das führe nicht selten zu langen Warteschlangen. „Wir sind schon lange der Auffassung, dass wir am Kröpcke einen dritten Aufzug brauchen“, sagte er. „Künftig haben wir dann für 50 000 Fahrgäste jeweils einen Aufzug. Das ist noch immer eine recht geringe Ausstattung“, betonte er. Er hätte sich auch eine Förderung durch das Land gewünscht. Aber die Landesnahverkehrsgesellschaft unterstütze lediglich den Bau eines Aufzugs pro Station.

Der Bau des Aufzuges geht auf Anregungen von Behindertenverbänden und eine Forderung  des Bezirksrates Mitte zurück. Bezirksbürgermeister Norbert Gast (Grüne) wollte sich gestern zu der Kostensteigerung nicht äußern. Die Regionspolitiker wollen offenbar an dem Bau festhalten. Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Silke Gardlo, und CDU, Eberhard Wicke, signalisierten ihre Zustimmung.

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