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Aus der Stadt Stöckener Bad und Fössebad werden früher saniert
Hannover Aus der Stadt Stöckener Bad und Fössebad werden früher saniert
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00:17 12.03.2015
Von Bernd Haase
Unklare Sachlage: Beim Fössebad muss entschieden werden, ob es saniert werden kann oder ein Neubau an seine Stelle rücken soll.
Soll saniert werden: Das Stöckener Bad. Quelle: HAZ
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Hannover

Grund ist der schlechte Zustand der beiden Bäder - im Fössebad hat er dazu geführt, dass die Außenbecken nicht mehr für den Badebetrieb zur Verfügung stehen. „Der vorgelegte Sanierungsplan entspricht nicht den Realitäten vor Ort“, sagt Thomas Klapproth (CDU).

Das von der Verwaltung Ende vergangenen Jahres vorgelegte Programm umfasst Investitionen in Höhe 42 Millionen Euro in die insgesamt 13 Hallen-, Frei- und Kombibäder. Das geschieht allerdings nicht auf einen Schlag. Als erstes sollte ursprünglich im kommenden Jahr das Stadionbad an der Reihe sein, als letztes dann im Jahr 2029 das Misburger Bad. Die Kostenschätzungen beinhalten keine Sonderausstattungen wie etwa Lehrschwimmbecken, Wasserrutschen oder Saunen. Außerdem hat die Verwaltung nur den gesetzlich vorgeschriebenen Baustandard kalkuliert. Sollte die Politik beispielsweise aus energetischen Gründen Passivhausbauweise verordnen, würde es teurer. SPD und Grüne wollen nun wissen, um wie viel. „Das Bäderkonzept besticht durch Oberflächlichkeit und wenig konkretes Zahlenmaterial“, befindet Klapproth.

Einig sind sich SPD, Grüne, CDU und Linke in Sachen Fössebad und Stöckener Bad, die nach bisherigen Plänen in den Jahren 2019 und 2025 an der Reihe wären. Am weitesten geht die CDU. Sie fordert einen Baubeginn in Limmer und in Stöcken spätestens 2016. Ähnlich sehen es auch die Linken, allerdings nur bezogen auf das Fössebad. SPD und Grüne mit ihrem Mehrheitsbündnis wollen, dass die Handwerker in Limmer 2017 anrücken. Für Stöcken dürfe keine Verzögerung des geplanten Baubeginns entstehen.

Mit ihren Anträgen folgen die Politiker Wünschen aus den Bezirksräten - „da wird auch die Kommunalwahl im kommenden Jahr eine Rolle spielen“, mutmaßt ein Insider aus der Verwaltung. Diese steht vor einer schwierigen Aufgabe. Weder für Limmer noch für Stöcken ist bisher entschieden, ob nicht sogar ein Neubau die bessere Lösung wäre. Auch dies dürfte großen Einfluss auf die Kosten haben. „Der Investitionsmittelansatz wird den beschlossenen Umsetzungsverfahren angepasst“, heißt es dazu im Antrag von SPD und Grünen.

Weder das Mehrheitsbündnis noch CDU oder Linke machen Angaben darüber, ob andere Bäder im Sanierungsprogramm entsprechend nach hinten rutschen sollen oder ob parallel gebaut wird. Letzteres wollte die Verwaltung vermeiden. Freibäder sollten nur außerhalb der Saison saniert werden und nie zwei Hallenbäder gleichzeitig.

In jedem Fall gibt es Verzögerungen. Eigentlich sollte der Sportausschuss des Rates gestern einen Beschluss fassen, hat sich aber nun auf eine Sondersitzung Mitte April vertagt. Das kritisiert der Stadtschwimmverband: „Wir brauchen schnell Planungssicherheit, weil wir Wasserflächen auf die Vereine verteilen müssen“, sagt der Vorsitzende Michael Nölke.

Auch die Mieten sind umstritten

Hannovers Vereine und Verbände sollen künftig höhere Mieten zahlen, wenn sie die städtischen Bäder frequentieren wollen. Vorgesehen von der Verwaltung sind drei Stufen von 2016 bis 2018. Zu diesem Zeitpunkt wären die Sätze dann um 50 Prozent gegenüber dem Stand von 2013 gestiegen, wenn die Politiker dem zustimmen. Zumindest die CDU ist skeptisch. Die erste Erhöhung würde sie noch mittragen. „Ein weiteres automatisches Anheben der Mieten ist auch auf Grund des Zustandes der Bäder nicht tolerabel und vermittelbar“, schreibt sie dann in ihrem Antrag. Vielmehr solle die Verwaltung dann alle drei Jahre erneut Empfehlungen für die Mieten vorlegen. Vereine hatten die Pläne ohnehin kritisiert, weil sie fürchten, zur Kostenkompensation ihren Mitgliedern höhere Beiträge abverlangen zu müssen. Noch unklar ist der künftige Zuschnitt der Eintrittspreise. Bisher subventioniert die Stadt jede verkaufte Eintrittskarte mit fünf Euro. Die Verwaltung wünscht sich höhere Einnahmen aus dem Betrieb.

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