Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Stöckener Raubmörder schlägt erneut zu
Hannover Aus der Stadt Stöckener Raubmörder schlägt erneut zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 02.06.2015
Von Jörn Kießler
Ist nun anscheinend in Thüringen unterwegs: der Stöckener Supermarktmörder.
Ist nun anscheinend in Thüringen unterwegs: der Stöckener Supermarktmörder. Quelle: dpa/Archiv
Anzeige

„Insgesamt überprüfen wir 40 Fälle, die der Täter in ganz Deutschland begangen haben könnte“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. „Bei 14 Überfällen sind wir uns sicher, dass es sich um denselben Räuber handelt.“

Auch der Überfall am 15. Mai lief nach dem gleichen Muster ab, wie in Stöcken. An diesem Freitag betrat ein etwa 1,70 Meter großer, kräftig gebauter Mann den Netto-Markt in der Schleizer Straße in Neustadt an der Orla kurz vor Ladenschluss. Als er an der Kasse stand, zog er eine Schusswaffe und bedrohte damit die Kassiererin. Sie musste ihm daraufhin das Geld aus der Kasse aushändigen, das er in einem beigen Stoffbeutel verstaute. Anschließend flüchtete der Täter, der mit einem dunklen Basecap und einer graugrünen Jacke bekleidet war, mit einem Damenrad.

Die Polizei sucht mit diesen Fotos nach dem Mann, der einen NP-Markt in Stöcken überfallen hat.

Obwohl der Mann immer wieder nach dem gleichen Schema vorgeht, ist es für die Fahnder der Ermittlungsgruppe „Discounter“ schwierig, dem Räuber auf die Spur zu kommen. „Es scheint, als ob der Mann an keinem der Tatorte wohnt“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge. Wo der Räuber seine nächste Tat verübt, kann die Polizei so nicht einmal erahnen. „Dazu kommt, dass wir zwar immer wieder Spuren in den überfallenen Supermärkten finden“, erklärt Klinge. „Sobald der Täter die Geschäfte verlassen hat und mit dem Fahrrad flüchtet, verliert sich aber die Fährte.“

Mittlerweile hat der rücksichtslos vorgehende Unbekannte schon in mindestens sechs Bundesländern zugeschlagen. Seine letzten Überfälle verübte er im Osten Deutschlands. So könnte er auch für den Überfall auf einen Lidl-Markt am 29. April im brandenburgischen Neuruppin verantwortlich sein. Zudem ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft nach weiteren Raubüberfällen in Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

Am 4. Dezember vergangenen Jahres hatte ein Mann, auf den ebenfalls die Beschreibung des Räubers aus Thüringen passt, den NP-Markt an der Weizenfeldstraße überfallen. Nachdem er kurz vor Ladenschluss durch die Gänge des Discounters gelaufen war, stellte er sich an der Kasse an. Dort zog er jedoch eine Waffe und zwang die Kassiererin, ihm Geld zu geben. In diesem Moment betrat der 21 Jahre alte Joey K. das Geschäft. Als er sah, dass die Mitarbeiterin des Markts bedroht wurde, wollte er eingreifen. Bei dem anschließenden Handgemenge fiel ein Schuss, der Joey K. tödlich verletzte. Zudem wurde ein weiterer Kunde von einer Kugel getroffen und schwer verletzt.

jki

02.06.2015
02.06.2015
Aus der Stadt Die Arbeit der Ermittlungsrichter - Wer ist ein Fall für die Zelle?
Michael Zgoll 02.06.2015