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Aus der Stadt Straßenlampen werden auf LED umgestellt
Hannover Aus der Stadt Straßenlampen werden auf LED umgestellt
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07:51 26.10.2015
Von Andreas Schinkel
Die Stadt hat die Straßenlaternen mit LED-Technik bereits getestet. In der Straße An der Apostelkirche in der List leuchten sie schon. Quelle: Behrens (Archiv)
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Hannover

Hannovers Straßen sollen in einem anderen Licht erscheinen. Schrittweise verabschiedet sich die Stadt Hannover von den bekannten Natriumdampflampen und ersetzt sie durch die hellweißen, energiesparenden LED-Leuchten. Der Betreiber der Straßenbeleuchtung, aktuell noch die Stadtwerke Hannover, wird mit der Umrüstung beauftragt. Den Betreibervertrag hat die Stadt derzeit ausgeschrieben, es wäre allerdings eine Überraschung, wenn die Stadtwerke nicht erneut den Zuschlag bekämen. Der Austausch von allen 52 000 Straßenlampen verschlingt voraussichtlich einen Millionenbetrag, denn es müssen nicht nur alte Lampen herausgedreht und neue eingesetzt werden. In vielen Fällen muss die gesamte Laterne ausgetauscht werden.

Wenn es nach Rot-Grün im Rat ginge, müsste der Systemwechsel viel schneller gehen. Vor einem Jahr hatte die Mehrheitskoalition einen Antrag auf den Weg gebracht, der eine Anschubfinanzierung von 200 000 Euro vorsah. Die Stadt sollte die Umrüstung forcieren und mit der Kommunalaufsicht über einen Kredit verhandeln. „Wir werden uns die Investition genehmigen lassen müssen“, hieß es vor einem Jahr aus den Reihen der SPD. Im Rathaus fing man an zu rechnen. Doch die explodierenden Flüchtlingskosten veränderten die Finanzlage der Stadt. Kämmerer Marc Hansmann (SPD) musste in diesem Jahr einen Nachtragshaushalt über 65 Millionen Euro aufstellen. Am Ende des Jahres droht ein Defizit in zweistelliger Millionenhöhe.

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Lampenerneuerung wird sich über Jahre hinziehen

Jetzt ist nur noch von einer langsamen Umstellung der Straßenbeleuchtung die Rede. „Unter Beachtung aller wirtschaftlichen Kriterien wird die Technik sukzessive auf LED umgerüstet“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos auf Nachfrage der HAZ. Das bedeutet: Wenn eine Laterne beschädigt ist oder ausfällt, wird sie durch eine LED-Leuchte ersetzt. Gleiches gilt für Straßenzüge, die umgestaltet werden. Damit dürfte sich die Lampenerneuerung über viele Jahre hinziehen.

Bei SPD und Grünen ist man dennoch zufrieden, dass das Thema überhaupt angegangen wird. „Ein bisschen ärgerlich ist, dass wir die Kontrolle abgegeben haben“, sagt der SPD-Umweltpolitiker Jürgen Mineur. Damit meint er, dass der künftige Betreiber der Straßenlaternen das Tempo der Umrüstung nun selbst bestimmt und die Ratspolitik keinen unmittelbaren Einfluss ausüben kann.

Sein Kollege von den Grünen, Patrick Drenske, hat beobachtet, dass viele Fußgängerüberwege bereits mit den LED-Scheinwerfern ausgeleuchtet werden. „LED-Lampen sind in der Anschaffung längst nicht mehr so teuer wie vor einigen Jahren“, sagt Drenske. Daher falle es auch bei den Kosten nicht mehr so stark ins Gewicht, ob eine beschädigte Natriumdampflampe durch eine LED ersetzt wird.

Seit dem Jahr 2010 erleben die energiesparenden Lampen einen regelrechten Boom. Dadurch hat sich ihr Preis um rund 50 Prozent verringert. Der Vorteil der LED-Leuchten liegt nicht nur darin, dass sie bedeutend weniger Energie benötigen, um Licht zu erzeugen. Sie streuen das Licht auch nicht so stark wie herkömmliche Straßenlampen.

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