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Aus der Stadt Hier wird heute gestreikt
Hannover Aus der Stadt Hier wird heute gestreikt
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12:10 25.03.2014
Von Bernd Haase
Am Dienstag kommt es erneut zu Warnstreiks in Hannover. Quelle: dpa
Hannover

„Wir wollen mit dem Streik niemanden überraschen, deshalb haben wir rechtzeitig informiert“, sagt ver.di-Sprecher Ulf Birch. Am Verkehrsgeschehen wird sich zeigen, ob das geklappt hat. Wer den Bereich am Opernplatz aufsuchen muss, muss bis gegen 13 Uhr mit Behinderungen rechnen. Dort erwarten die Gewerkschaften zur zentralen Kundgebung für Niedersachsen und Bremen mindestens 10.000 Teilnehmer – die Erfahrung von ähnlichen Gelegenheiten in den Vorjahren zeigt, dass es eher mehr werden könnten.

Hier verlaufen die Demonstrationszüge durch die City

Die Auswirkungen des Streiks in Hannover:

  • Nahverkehr: Betroffen ist ausschließlich die Üstra; diese dafür aber als einzige gleich an zwei Tagen. Hintergrund ist, dass die Gewerkschaften den Mittwoch zum bundesweiten Nahverkehrstag erklärt haben. Für die Beschäftigten der öffentlichen Verkehrsunternehmen gibt es Sonderforderungen. Regionalzüge, S-Bahnen und die Busse der Regiobus verkehren dagegen.
  • Kundgebungen: Drei Demonstrationszüge starten am Dienstag in der Zeit von 10 bis 10.30 Uhr. Einer beginnt am Schützenplatz, weil dort die Busse halten, die auswärtige Teilnehmer in die Stadt bringen. Die beiden anderen starten an der Goseriede und am Trammplatz vor dem Rathaus. Ziel ist jeweils der Opernplatz.
  • Kindertagesstätten: Die 39 städtischen Kitas, in denen rund 3500 Kinder betreut werden, bleiben am Dienstag komplett geschlossen. Alle betroffenen Eltern müssen improvisieren, weil es bei eintägigen Streiks keinen Notdienst gibt. Kitas privater Träger öffnen.
  • Müllabfuhr: Der Abfallzweckverband aha ist ebenfalls zum Streik aufgerufen, was bedeutet, dass die Müllabfuhr am Dienstag in der Region Hannover nicht kommt und die Deponien und Wertstoffhöfe geschlossen bleiben. Auch dieses Mal werden die Touren nicht nachgeholt, sondern erst mit der nächsten planmäßigen Abfuhr in einer Woche erledigt.„Wer Wertstoffe wie Papier und Gelbe Säcke vorher entsorgen möchte, kann dies ab Mittwoch an den Wertstoffhöfen tun“, teilt aha mit. Für Restmüll gelte dies allerdings nicht. Die Papierabfuhr fällt am Dienstag in Hannover in Burg, Calenberger Neustadt, Hainholz, Herrenhausen, Ledeburg, Leinhausen, Marienwerder, Mitte, Nordhafen, Nordstadt, Oststadt, Stöcken, Vahrenwald (Westseite und westlich Vahrenwalder Straße) aus. Gelbe Säcke werden nicht in Burg, Calenberger Neustadt, Hainholz, Mitte, Oststadt und Vahrenwald abgeholt. Die entfallenden Touren der Restmüllabfuhr verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet.
  • Ämter: Keines der acht Bürgerämter öffnet, es gibt lediglich ein Notfalltelefon unter der Rufnummer 16 84 27 11. Gleiches gilt für die Ausländer- und Einbürgerungsbehörde mit ihren Stellen in der Lein- und in der Blumenauer Straße. Hier lautet die Notfallnummer 16 83 23 33. Beim Standesamt können nur vereinbarte Termine wahrgenommen werden, bei der Kraftfahrzeugzulassungsbehörde nicht: Für Dienstag vorgesehene Termine müsse neu vereinbart werden. Die Führerscheinstelle, die Waffenbehörde sowie die Stellen für Gewerbe- und Veterinärangelegenheiten öffnen nicht.
  • MHH: Die Medizinische Hochschule Hannover richtet in der Zeit von 6 bis 20 Uhr einen kostenlosen Buspendelverkehr zwischen dem S-Bahnhof Karl-Wiechert-Allee und dem MHH-Campus ein. Die S-Bahnen werden nicht bestreikt, vom Hauptbahnhof aus fahren die Linien S3, S6 und S7 in wenigen Minuten zum S-Bahnhof Karl-Wiechert-Allee. Auf dem MHH-Campus ist die Haltestelle an der Haupteinfahrt Karl-Wiechert-Allee eingerichtet zwischen den Schranken und der Rampe (direkt am Kassenautomaten). Vom Haupteingang ist der Weg dorthin ausgeschildert.
  • Schwimmbäder: Die vier städtischen Hallenbäder Stadionbad, Vahrenwalder Bad, Nord-Ost-Bad und Stöckener Bad bleiben ganztägig zu.
  • Museen: Bei den städtischen Museen, Bibliotheken sowie bei den Freizeitheimen und den Einrichtungen der Jugendpflege drohen am Dienstag Einschränkungen. Welche genau, will die Stadt noch bekanntgeben.
  • Bilbiotheken: Die Stadt Hannover hat die Streikauswirkungen noch einmal ergänzt und mitgeteilt, dass auch alle Bibliotheken ganztägig geschlossen bleiben. Betroffen davon ist auch die Zentrale an der Hildesheimer Straße, die am vergangenen Mittwoch noch geöffnet hatte.

Auswirkungen im Umland

Auch im Umland von Hannover wird gestreikt. Die Müllabfuhr und die Wertstoffhöfe sind vom Streik betroffen. In vielen Kommunen bleiben auch Kindergärten geschlossen. Ein Überblick:

  • Isernhagen: Die Kitas in H.B. und N.B. bleiben komplett geschlossen, in Neuwarmbüchen lediglich die Krippe.
  • Burgwedel: Hier trifft der Streik die Kitas Wettmar und Großburgwedel II sowie die Krippe Großburgwedel.
  • Wedemark: Im Mellendorfer Rathaus geht man davon aus, dass die Kitas und Horte in der Wedemark nicht vom Streik betroffen sein werden.
  • Wunstorf: Da die Müllabfuhr auch in Wunstorf ausfällt, appelliert die Stadt, keine Müllsäcke heraus zu stellen und jene, die schon am Straßenrand stehen, wieder hereinzuholen. Der Baubetriebshof sei nicht in der Lage, die Müllsäcke einzusammeln, wie manche Anrufer vergangene Woche gefordert hatten. Im Rathaus werden zwar einige Mitarbeiter streiken, doch dies werde auf den Publikumsverkehr keinen Einfluss haben.
  • Garbsen: An beiden Tagen fahren weder die Stadtbahn noch die Busse der Üstra. Der Abfallbetrieb aha wird nur am Dienstag bestreikt. Das heißt, dass die reguläre Abfuhr in den Stadtteilen Altgarbsen, Auf der Horst, Havelse, Horst, Meyenfeld und Schloß Ricklingen ersatzlos ausfällt. Der Wertstoffhof am Heinrich-Nordhoff-Ring bleibt am Dienstag geschlossen.
  • Seelze: In Seelze sind voraussichtlich drei Einrichtungen von den Streiks im öffentlichen Dienst betroffen. Nach Mitteilung von Stadtsprecherin Martina Krapp sind bis auf die Kindertagesstätte Fröbelstraße, den Hort Im Sande in Letter sowie den Kindergarten Spatzennest in Velber alle anderen Tagesstätten wie immer geöffnet. In Letter gibt es in der Kita Fröbelstraße von 7 bis 16.30 Uhr einen Notdienst, den wohl 26 Kinder in Anspruch nehmen. Im Spatzennest in Velber ist ebenfalls ein Notdienst geplant. Von 7 bis 14 Uhr werden dort acht Kinder von Erzieherinnen des Waldkindergarten mit betreut.
  • Neustadt: Erneut beteiligen sich die Mitarbeiterinnen aus den städtischen Kindertagesstätten am Warnstreik des öffentlichen Dienstes. Heute bleiben alle zwölf Betreuungseinrichtungen geschlossen, die die Stadt selbst betreibt. Die Eltern seien informiert worden – sie müssen sich andere Möglichkeiten der Betreuung suchen, denn einen Notdienst könne die Stadt nicht anbieten, sagt Rathaussprecherin Nadine Schley. 
  • Hemmingen: Am Dienstag bleibt der Kindergarten Arnum II geschlossen. Die Einrichtung wird von 82 Jungen und Mädchen besucht, darunter gehen 18 in die integrativen Gruppe und 15 in der Krippengruppe, teilte die Hemminger Stadtverwaltung mit. In der Kindertagesstätte Hiddestorf ist  nur eine Krippengruppe mit 15 Plätzen geöffnet. Die zweite Krippengruppe sowie der Kindergarten und der Hort sind geschlossen. Eltern von 76 Kindern müssen sich somit um eine andere Betreuung kümmern. Die Müll- und Wertstoffabfuhr fällt bis auf Arnum ersatzlos aus. In Arnum bleibt dafür am Dienstag das Bürgerbüro dicht. Die dort beantragten Ausweise können von 9 bis 12 Uhr im Rathaus in Hemmingen-Westerfeld abgeholt werden.
Günstig gelegen, hoher Organisationsgrad: Hannover ist für ver.di ein beliebter Ort zum Streiken. Die Streikerei im öffentlichen Dienst ereilte die Hannoveraner im Zwei-Jahres-Rhythmus, und zwar jeweils ab Februar oder März. Ein Rückblick:
  • Laatzen: Potenziell kommen dort alle zehn städtischen Kindertagesstätten als Streikort in Betracht. Welche Einrichtungen geschlossen bleiben, konnte am Montag aber niemand sagen. Auch im Rathaus selbst werde vielerorts die Arbeit ruhen, teilte ein Stadtsprecher mit. Das Bürgerbüro bleibe zwar geöffnet, doch sei mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Weil die Üstra streikt, fahren in Laatzen keine Stadtbahnen.
  • Pattensen: In einigen Fachbereichen der Stadtverwaltung könnte es wegen des Streiks einzelner Mitarbeiter zu Einschränkungen kommen, erläuterte Stadtsprecherin Andrea Steding.
  • Barsinghausen: Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass wie vor einer Woche viele Bedienstete der städtischen Kindergärten und Krippen dem Streikaufruf der Gewerkschaft ver.di folgen. „Die Kitas in Barsinghausen und Egestorf bieten wieder eine Notbetreuung an“, sagt Verwaltungsvorstand Reinhard Hoffmann. Alle anderen Kindertagesstätten bleiben voraussichtlich geschlossen. Beim ersten Warnstreik am vergangenen Dienstag nahmen laut Hoffmann rund 50 Beschäftigte der Stadt – vor allem aus den Kitas – an dem Ausstand teil. 
  • Ronnenberg: Folgende Kinderbetreuungseinrichtungen bleiben geschlossen: In Empelde bietet die Kita Hirtenstraße ab keine Betreuung an. Zudem bleibt der Theo-Hort geschlossen. In Ronnenberg gibt es in der Kita I (Weetzer Kirchweg) eine Notbetreuung in 1,5 Gruppen. Die Kitas II (Weetzer Kirchweg) und III (Bauernwiesenweg) sowie der Hort Rasselbande bleiben geschlossen. Laut Stadtverwaltung sind die Eltern informiert.
  • Gehrden: In Gehrden sind alle Kindertagesstätten betroffen. Lediglich an den Einrichtung Leveste I und Am Castrum wird ein Notdienst eingerichtet. Die betroffenen Eltern sind bereits am Freitag darüber informiert worden, dass gestreikt wird. Dem Streikaufruf folgen auch einige Mitarbeiter des Klinikums Robert Koch. Allerdings rechnet der kaufmännische
Direktor Wolfgang Grotstück nicht mit wesentlichen Einschränkungen im Krankenhausbetrieb.
  • Wennigsen: In Wennigsen streiken die Mitarbeiter der Kindertagesstätten und Horte – diese Einrichtungen bleiben geschlossen. Laut Gemeindeverwaltung sind die Eltern informiert worden. Da auch das Familienzentrum mit Kindergarten Vogelnest betroffen ist, fallen dort auch Veranstaltungen wie Zumba des TSV Wennigsen aus.
  • Burgdorf: Die Stadt Burgdorf teilte mit, dass ihre Kita in Otze geschlossen bleibt. Eine Notgruppe sei dort nicht vorgesehen, die Eltern seien rechtzeitig informiert worden. Zu bleibt auch die Kita Südstern an der Brahmsstraße. Dort werde es voraussichtlich eine Notgruppe geben, weil die Eltern nicht mehr rechtzeitig hätten informiert werden können, sagte Stadtsprecherin Alexandra Veith.
  • Uetze: Laut Ursula Tesch von der Gemeindeverwaltung sind Uetzer Kitas nicht vom Streik betroffen.
  • Lehrte: In Lehrte arbeiten die Arpker Waldbad-Kita und die Kita Hämelerwald normal, alle anderen Häuser werden bestreikt: In sieben gibt es Notgruppen, vier Kitas bleiben dicht. Auch das Lehrter Hallenbad ist streikbedingt ab 14 Uhr geschlossen. Im Klinikum Lehrte gibt es einen Notbetrieb wie beim Warnstreik in der vergangenen Woche. Demnach werden verschiebbare Operationen verlegt, alle Notfälle jedoch behandelt.
  • Sehnde: In Sehnde sind nach Auskunft des Rathauses sämtliche städtischen Kitas dicht, in der Kita Ladeholz gibt es Notgruppen.

Die HAZ-Mitfahrbörse

Wer am Dienstag oder Mittwoch Mitfahrer oder eine Mitfahrgelegenheit sucht, kann sich auf der Facebook-Seite „HAZ-Mitfahrzentrale“ vernetzen. Wie das funktioniert? Einfach eine Nachricht oder einen Kommentar auf der Facebook-Seite der HAZ hinterlassen, in dem steht, wie viele Plätze Sie in Ihrem Auto frei haben, wann und von wo Sie losfahren und welche Orte sie ansteuern beziehungsweise umgekehrt: Wohin Sie mitgenommen werden wollen. Hier geht's zu Mitfahrzentrale. Viel Glück!

Der Plan der Stadt, für Eltern eine Art Nanny-Notruf anzubieten, stieß am Montag im Jugendhilfeausschuss auf breite Zustimmung. „Damit bieten wir Eltern eine wichtige Unterstützung und erleichtern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagt Désirée Barnert, jugendpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Bärbel Hilbig 24.03.2014
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Bernd Haase 27.03.2014

Die Polizei in Hannover hat vier Männer gefasst, die mit dem bundesweiten Verkauf gefälschter Konzert-Tickets einen Schaden von etwa 200.000 Euro angerichtet haben sollen.

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