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Aus der Stadt Streit um D-Linie in Hannover geht weiter
Hannover Aus der Stadt Streit um D-Linie in Hannover geht weiter
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19:47 08.03.2011
Von Bernd Haase
Eine Computersimulation zeigt eine oberirdische D-Trasse in der Innenstadt von Hannover. Quelle: Handout

Die Entscheidung über die künftige Ausgestaltung der oberirdischen Stadtbahnstrecke der Linie 10 von Ahlem über Linden und Limmer in die Innenstadt fällt entgegen ursprünglicher Planungen nicht mehr in diesem Jahr und damit auch nicht mehr vor den Kommunalwahlen im September. „Dahinter stecken keine strategisch-politischen Motive“, wie Ulf-Birger Franz (SPD), Verkehrsdezernent der für den Nahverkehr zuständigen Region Hannover, beteuert. Vielmehr beanspruchten die Bürgerbeteiligungen, darunter der runde Tisch zum Thema in Linden und Limmer, mehr Zeit als geplant.

Die Frage, ob die sogenannte D-Strecke mit Hochbahnsteigen ausgerüstet wird, ob sie in der Innenstadt durch einen Tunnel fährt oder ob mit sogenannten Niederflurbahnen ein völlig neues Stadtbahnsystem in Hannover angeschafft wird, beschäftigt die Öffentlichkeit seit mehreren Jahren. Gegen den Bau von Hochbahnsteigen in der Limmerstraße mobilisieren örtliche Bürger- und Kaufleuteinitiativen. Zu den Gegnern eines Niederflursystems, das ohne Hochborde auskommt, zählt aus Kostengründen die Üstra.

Im vergangenen Jahr hatte die Region die Tunnelstrecke aus finanziellen Gründen zu den Akten gelegt. Gleichzeitig kündigte Franz an, dass bis zum Jahresende detaillierte Pläne sowohl für die Niederflurvariante zwischen Ahlem und dem Raschplatz als auch für die Variante mit Hochbahnsteigen vorliegen sollten; jeweilige Kostenschätzungen inklusive. Dieser Termin wurde zunächst auf das Frühjahr verschoben; jetzt könnte es 2012 werden.

Zu dem Thema gibt es in Regions- und Stadtpolitik mehr Meinungen als Fraktionen, was Zündstoff für den Kommunalwahlkampf bergen müsste. Nun aber können die Wahlkämpfer wieder nur die seit Langem bekannten Argumente wiederholen. „Die Entscheidung über das künftige System ist völlig offen“, sagt Franz. Die reinen Baukosten für beide Varianten lägen bei jeweils weniger als 50 Millionen Euro.

„Wir haben versprochen, die Ergebnisse des runden Tisches in Linden abzuwarten“, erklärt Franz. An ihm sitzen unter anderem Bürgerinitiativen, Kaufleute, Stadtteilvereine, die Fraktionen aus dem Bezirksrat und Behindertenverbände. Außerdem müsse man auch noch mit Interessensvertretern aus der Innenstadt wie etwa der City-Gemeinschaft sprechen. Beispielsweise die Situation am Steintor sei mindestens so sensibel wie die in der Limmerstraße. Die Gespräche sollen unter anderem klären, wo Haltestellen gebaut werden.

Laut Franz könnte der runde Tisch bis Ende März zum Abschluss kommen, die Abstimmung in der City vor dem Sommer. Dann würden beide Varianten geplant und entweder Ende diesen oder Anfang kommenden Jahres zur Abstimmung gestellt.

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