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Aus der Stadt Streit um Kita auf Schulplatz eskaliert
Hannover Aus der Stadt Streit um Kita auf Schulplatz eskaliert
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00:15 25.10.2013
Von Andreas Schinkel
Fakten geschaffen: Ein Bauzaun prangt auf dem Sportgelände der zwei Gymnasien. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Für diesen Tag hat die Stadtverwaltung jetzt in aller Eile eine Informationsveranstaltung im Rathaus organisiert, um die drängenden Fragen von Schülern, Elternvertretern und Lehrern zu beantworten.

Sie wollen unter anderem wissen, warum die Schule erst Ende September erfahren hat, dass ein Teil des Sportplatzes, der auch von der Sophienschule genutzt wird, als Kita-Gelände dienen soll. „1700 Schüler sind betroffen, aber die Stadt hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt“, ärgert sich der Elternratsvorsitzende des KWRG, Thomas von Hodenberg. Grundsätzlich habe man nichts gegen den Bau von Kitaplätzen im Stadtteil, betont er.

In den Containern der Behelfskita sollen 80 Kinder drei Jahre lang betreut werden. Dann ziehen sie in einen Neubau in der Birkenstraße. Wie viel Platz die provisorische Kita auf der Sportanlage benötigt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Stadt spricht von einem Viertel der Fläche, der kürzlich errichtete Bauzaun trennt knapp die Hälfte des Sportplatzes ab. „Es ist jedenfalls nicht so, dass die Beeinträchtigungen für den Sportunterricht gering sind, wie die Stadt meint“, sagt KWRG-Leiterin Ruth Völker.

Die Stadt räumt inzwischen Pannen ein. „Die Kommunikation war großer Mist. Ich entschuldige mich dafür im Namen der Stadt“, sagte Sozialdezernent Thomas Walter am Montagabend im Bezirksrat Mitte. Alle Fragen der Schüler nach Beeinträchtigungen und nach alternativen Standorten für die Kitaplätze hätten im vorhinein geklärt werden müssen. „Dennoch sind wir gezwungen, immer neue Krippenplätze zu schaffen“, sagte Walter. Denn die Nachfrage steige, und schließlich gebe es seit August einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

Wie groß der Unmut am KWRG ist, wurde während der Bezirksratssitzung deutlich. Mehrere Schüler forderten nachdrücklich einen Baustopp. Sie scheuten sich nicht, Bezirksbürgermeister Norbert Gast (Grüne) ins Wort zu fallen. „Was nützt eine Diskussion am 29. Oktober, wenn die Bagger schon ein Loch gegraben haben?“, rief Schülervertreter Tim Frederic Schulze in die Runde. Die Stadtteilpolitiker waren beeindruckt. Mit den Stimmen der SPD und gegen den Willen der Grünen beschloss das Gremium, die Behelfskita auf einem anderen städtischen Grundstück zu errichten. Die Kita müsste aber kleiner ausfallen, weil das Areal nicht genügend Platz bietet. Der Beschluss hat reine Appellfunktion, allein der Rat kann das Bauvorhaben auf dem Schulsportplatz noch stoppen.

Nicht zum ersten Mal stößt die Stadt beim Bau einer Kita auf Widerstand. Besonders in dicht besiedelten Stadtteilen, so berichtet Sozialdezernent Walter, gebe es immer wieder Vorbehalte. „Anwohner finden neue Betreuungsplätze prinzipiell gut, fragen dann aber, warum die Krippe gerade bei ihnen eröffnet werde“, sagt Walter.

Kommentar: Nichts gelernt

Die Stadt steckt in einem Dilemma. Einerseits muss sie Krippenplätze schaffen, weil die Nachfrage steigt und seit August ein Rechtsanspruch besteht. Andererseits wird es immer schwieriger, Grundstücke zu finden, auf denen sich rasch eine Kita hochziehen lässt. Dass jetzt der Sportplatz des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums für eine provisorische Kita herhalten muss, gehört zu den schlechteren Lösungen. Daher wäre kommunikatives Geschick gefragt, um Lehrer und Schüler von der Notwendigkeit zu überzeugen und um Nachsicht für Beeinträchtigungen zu bitten.

Doch die Stadt stellt die Betroffenen vor vollendete Tatsachen und leistet sich einmal mehr eine peinliche Panne. Schon bei der Suche nach Standorten für Flüchtlingswohnheime verzichtete sie auf Gespräche mit Anwohnern.
Hannovers neuer Oberbürgermeister Stefan Schostok hat den Bürgern eine neue Gesprächskultur versprochen. Es bleibt zu hoffen, dass den Worten bald auch Taten folgen.

Andreas Schinkel

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