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Aus der Stadt Streit um Kleingärten beigelegt: Anzahl bleibt gleich
Hannover Aus der Stadt Streit um Kleingärten beigelegt: Anzahl bleibt gleich
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20:47 08.10.2014
Foto: Das städtische Ziel, Wohnraum zu schaffen, soll erreicht werden, indem große Gärten zusammengelegt und andere Gärten auf Ersatzflächen umgesiedelt werden.
Das städtische Ziel, Wohnraum zu schaffen, soll erreicht werden, indem große Gärten zusammengelegt und andere Gärten auf Ersatzflächen umgesiedelt werden. Quelle: Symbolfoto
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Am Ende aber wird vielleicht beides richtig sein. Das städtische Ziel, Wohnraum zu schaffen, soll erreicht werden, indem große Gärten zusammengelegt und andere Gärten auf Ersatzflächen umgesiedelt werden. Die Einigung ist nur im Grundsatz erfolgt, Konkretes steht aber noch nicht fest.

Verbandsjurist Andreas Hildebrand lobte am Mittwoch: „Es ist gut, dass die pauschalen Streichziele jetzt vom Tisch sind.“ Im Januar solle es einen gemeinsamen Vorschlag von Stadt und Bezirksverband geben, wo wie viele Parzellen aufgegeben werden können. Die Zahl von 1.000 zu streichenden Kleingärten hatte Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff 2013 kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt genannt. Auch seine Nachfolgerin, Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette, hatte kürzlich ganz konkret von 700 Parzellen gesprochen, die aufzugeben seien, damit Wohnraum für die wachsende Bevölkerung der Stadt geschaffen werden könne.

Der Bezirksverband war dagegen stets Sturm gelaufen und hatte darauf verwiesen, dass es kaum Leerstand gebe. Jetzt ist offenbar eine Lösung gefunden, die allen Beteiligten ermöglicht, das Gesicht zu wahren. Hunderte Kleingärtner werden trotzdem umziehen müssen, wenn es zu Umsiedlungen und Verkleinerungen kommt.

Der Zeitpunkt für den demonstrativen Schulterschluss hat seinen Grund. An diesem Sonnabend zelebrieren die Kleingärtner ihren Verbandstag. Um vorher den öffentlichen Konflikt mit der Stadt beizulegen, waren monatelange Verhandlungen nötig, an denen vor allem Kleingärtner-Vizepräsident Reinhard Martinsen, Verbandsjurist Hildebrand und Stadträtin Tegtmeyer-Dette gedrechselt haben. Alle sprechen von einer konstruktiven Atmosphäre. Kleingärten seien wichtig für das ökologische und soziale Klima einer Stadt, hieß es am Mittwoch bei der Stadt. Oberbürgermeister Stefan Schostok, der als Gast beim Verbandstag erwartet wird, sicherte in einer Stellungnahme zu: „Kein Kleingarten wird ohne die Zustimmung des Bezirksverbands einer anderen Nutzung zugeführt.“ Verbandspräsident Karl-Heinz Rädecker versprach der Stadt im Gegenzug Unterstützung beim Schaffen des dringend benötigten neuen Wohnraums.

In Hannover gibt es derzeit rund 20.000 Kleingärten, 19.000 davon im Bezirksverbands. Einige sind planungsrechtlich nicht abgesichert - zum Beispiel gut 60 Parzellen im Othfelde (Vahrenwald), die laut Wohnflächenkonzept in Bauland umgewandelt werden sollen. Dort bangen die Kleingärtner jetzt um ihre Gärten.

Hannovers Einwohnerzahlen steigen jährlich um etwa 5.000 an. Verbandsjurist Hildebrand deutete am Mittwoch an, dass möglicherweise auch die Zahl der Kleingärten steigen muss: „Mehr Einwohner brauchen langfristig vielleicht mehr Kleingärten.“ Auch das werde im Konzept diskutiert.

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