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Aus der Stadt Streit um Knöllchen an der Goseriede
Hannover Aus der Stadt Streit um Knöllchen an der Goseriede
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21:10 08.01.2014
Von Jörn Kießler
Seit der Fertigstellung des gepflasterten Platzes im September hat die Stadt schon mehr als 300 Strafzettel verteilt. Quelle: dpa/ Symbolbild
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Hannover

Die Verkehrssituation an der neu gestalteten Goseriede sorgt zunehmend für Verwirrung. Mehrere Autofahrer haben bei der Stadt Widerspruch gegen die Zahlung eines Verwarngeldes eingelegt. Dieses wurde ihnen auferlegt, weil sie auf dem Platz schräg gegenüber dem Anzeiger-Hochhaus geparkt hatten.

Sie finden, der Bereich zwischen Steintor und Klagesmarkt sei irreführend ausgeschildert. „Wie viele Einsprüche es bisher gegen das Verwarngeld gibt, können wir nicht sagen“, berichtet Stadtsprecher Udo Möller. „Aus dem Tagesgeschäft wissen wir aber, dass die dortige Beschilderung von vielen Verkehrsteilnehmern als nicht ausreichend erachtet wird.“

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Seit der Fertigstellung des gepflasterten Platzes im September hat die Stadt schon mehr als 300 Strafzettel verteilt. Immer wieder fahren Verkehrsteilnehmer mit ihren Autos über die abgesenkten Bordsteine auf das Areal und parken dort. „Dafür wurde der Platz aber nicht angelegt“, sagt Möller und verweist darauf, dass der Rat der Stadt das Gebiet nur für Fußgänger und Radfahrer zugelassen hat.

„Dann sollte man das so auch eindeutig ausschildern“, sagt Peter Greulich. An einem Sonntag Mitte Dezember wollte der 78-Jährige mit seiner Frau das Kino im Anzeiger-Hochhaus besuchen. Sie bogen mit dem Auto von der Kurt-Schumacher-Straße auf die Goseriede ein und interpretierten das Parkschild am rechten Straßenrand als Hinweis auf die vermeintliche Parkfläche auf dem Platz. „Ein Parkschild mit einem Pfeil nach rechts und dahinter direkt ein abgesenkter Bordstein“, erklärt Greulich, „das ist doch wohl eine eindeutige Einladung.“ Zudem hätten auf dem Platz schon mehrere Autos gestanden.

„Ich bin sogar noch zu dem Parkschein-Automaten, um zu sehen, ob man am Wochenende ein Ticket ziehen muss“, sagt Greulich. Der Automat gehört jedoch genau wie das Schild das Greulich und seine Frau in die Irre leitete, zu den Parkbuchten direkt an der Goseriede. „Auch die Tatsache, dass es im Bereich Feuerwehrzufahrt und Behindertenparkplatz eine Auffahrtmöglichkeit gibt, ändert nichts daran, dass es sich nicht um eine Parkfläche handelt“, sagt Möller.

Als Greulich und seine Frau zurück zu ihrem Wagen kamen, klemmte ein Strafzettel über 30 Euro am Scheibenwischer. Auch die anderen dort geparkten Autos hatten Knöllchen an den Windschutzscheiben. Darunter war auch der Wagen von Gerhard Suhren, Anwalt seit mehr als 45 Jahren, unter anderem für Straßenverkehrsrecht. „Ich habe der Stadt meinen Widerspruch schon geschickt“, sagt Suhren. Auch er hält die Kennzeichnung für irreführend. „Wenn das selbst jemandem passiert, der so versiert in Verkehrsangelegenheiten ist wie ich, dann sollte die Stadt den Bereich besser beschildern anstatt Knöllchen zu verteilen“, sagt der Anwalt. Peter Greulich hat den Verdacht, dass die Stadt gar nicht wirklich daran interessiert sei, das zu tun. „Schneller und einfacher kann man die Autofahrer nicht schröpfen“, sagt der 78-Jährige.

Diesem Verdacht widerspricht Udo Möller vehement. „Die Stadt betreibt hier keine Abzocke, und diesen geradezu grotesken Vorwurf weisen wir auch zurück“, sagt der Stadtsprecher. Über eine verbesserte Beschilderung des Bereiches, der als Versammlungsplatz den Klagesmarkt ersetzen soll, könne man aber durchaus nachdenken.

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