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Aus der Stadt Kann man der Post noch Schlüssel anvertrauen?
Hannover Aus der Stadt Kann man der Post noch Schlüssel anvertrauen?
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00:16 11.01.2018
Die Filiale in der Niemeyerstraße, aus der die Schlüssel geklaut wurden. Quelle: dpa
Hannover

Ob Dietrich Hasselbring auf den Kosten für den Schlössertausch sitzen bleiben wird, weiß er noch nicht. Am Montag bekam der 79-jährige Hausbesitzer aus Linden Besuch von einem Post-Mitarbeiter. „Aber der konnte mir auch nichts Konkretes sagen, der hat nur den Schaden aufgenommen“, bedauert Hasselbring. Er muss, wie wohl gut 100 weitere Mehrfamilienhausbesitzer in Linden, die Schließsysteme austauschen, weil bei einem Einbruch in die Stadtteil-Postfiliale alle Schlüsselbunde gestohlen wurden, mit denen Briefträger in die Häuser kommen. Die Post lehnt die Haftung für den Schaden ab – schließlich habe sie ihn nicht verschuldet, sondern sei Opfer einer illegalen Tat geworden. Kann man der Post jetzt überhaupt noch Haustürschlüssel anvertrauen? 

„Formal lässt sich der Post kein Vorwurf machen“, sagt Thomas Gekas, Leiter der Rechtsabteilung beim hannoverschen Haus- und Grundbesitzerverein. Tatsächlich müsse sie nur haften, wenn die Haustürschlüssel durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit der Postmitarbeiter abhanden gekommen wären. Nach allem, was man weiß, verschafften sich die Täter aber mit Einbruchswerkzeug Zutritt zu der Filiale am Lindener Markt, stahlen Geld, rissen Pakete auf – und nahmen dann alle Schlüsselringe mit den beschrifteten Schlüsseln mit. „Leider aber ist die Haftung bei der Post auch in Fällen von klarer Fahrlässigkeit oft schwer durchzusetzen“, sagt Gekas. Als etwa in Hannover ein Briefträger den Schlüsselbund am Fahrrad habe hängen lassen, bevor dieser verschwand, habe es erst juristischer Drohungen bedurft, bevor die Post Entschädigungen zahlte. 

Bei der hannoverschen Citipost, der privaten Konkurrenz zur Deutschen Post, die wie die HAZ zur Madsack Mediengruppe gehört, versteht Geschäftsführer Lars Rehmann die Haltung der Post nicht. „Wir hatten einen Fall, bei dem einer unserer Zusteller Schlüssel mit nach Hause genommen hat und diese bei einem Einbruch gestohlen wurden“, sagt Rehmann. Die Kosten für die Schlosserneuerung seien den Hauseigentümern natürlich erstattet worden: „Die hatten den Schaden, aber keine Schuld – es ist doch selbstverständlich, dass man das unbürokratisch begleicht.“ Auch bei den HAZ-Abonnenten, deren Briefkasten nicht ohne Haustürschlüssel zugänglich ist, sei die Rechtslage eindeutig: „Sie haben einen Vertrag mit dem Verlag, da ist die Haftung für die Schlüssel ohnehin klar.“ 

Der Haus- und Grund-Vorsitzende Rainer Beckmann will jetzt prüfen lassen, ob sein Verein in Kooperation mit der Grundeigentümer-Versicherung eine Absicherung gegen gestohlene Schlüssel anbieten kann. Rund 12.200 Hauseigentümer vertritt der Verein in Hannover. „Solch eine Versicherung kostet Hauseigentümer und Mieter dann zwar etwas, aber die Gefahr plötzlicher hoher Kosten wäre abgemildert.“ Denn eines sei klar, sagt auch Vereinsjustiziar Gekas: Dass die Post ihre Briefe austragen müsse, sei notwendig. „Wenn die Briefkästen nur im Hausflur zu montieren sind, dann sollte der Hauseigentümer im eigenen Interesse Zutritt gewähren.“ Trotz des Risikos, dass die Schlüssel bei der Post gestohlen würden.

Von Conrad von Meding

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