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Aus der Stadt Streit um autofreien Sonntag in Hannover
Hannover Aus der Stadt Streit um autofreien Sonntag in Hannover
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21:47 11.05.2010
Von Felix Harbart
Der autofreie Sonntag im Jahr 2009. Quelle: Frank Wilde
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Die Anwohner müssten mit einem stark steigenden Verkehrsaufkommen rechnen – wie schon vor zwei Wochen beim Marathon. Dies sei nicht hinnehmbar, meint Pollähne.

Den Bund der Steuerzahler dagegen stören vor allem die Kosten des Aktionstages für die Stadtkasse in Höhe von 75.000 Euro. Landesvorstand Bernhard Zentgraf hält sie eindeutig für zu hoch. „Ich wundere mich, dass es der Stadt nicht gelingt, die Veranstaltung von Sponsoren finanzieren zu lassen“, sagt Zentgraf – vor allem mit Blick auf das in den Aktionstag integrierte Solarfest. „In der Solarbranche wird viel Geld verdient, auch ein solcher Tag trägt dazu bei. Da müsste es doch möglich sein, mehr Sponsorengelder einzuwerben.“

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Die Stadt weist die Kritik sowohl an Verkehrsführung als auch Kosten des autofreien Sonntags zurück: Über die Sallstraße geführt würden nur Autofahrer, die aus der Südstadt in Richtung Innenstadt wollten. Alle anderen würden auf die Schnellwege gelenkt. Man rechne nicht mit einem hohen Verkehrsaufkommen in der Südstadt, heißt es.

Mit Blick auf die Finanzierung des Aktionstages verweist Umweltdezernent Hans Mönninghoff (Grüne) darauf, die Kosten im Vergleich zu den beiden Vorjahren bereits um 25.000 Euro gedrückt zu haben – obwohl das Programm umfangreicher sei als je zuvor. „Das ist gelungen, gerade weil wir so viele Sponsoren gewonnen haben“, sagt Mönninghoff. Das Solarfest werde derweil schon jetzt komplett durch Unternehmen aus der Branche finanziert.

Ob es den autofreien Sonntag auch im kommenden Jahr wieder geben wird, ist dennoch offen. „Dazu kann ich jetzt noch nichts sagen“, erklärt Mönninghoff. Grünen-Fraktionschef Lothar Schlieckau hatte sich zuletzt darauf festgelegt, dass der Aktionstag auch in den kommenden Jahren stattfinden werde.

Am kommenden Sonntag wird die Innenstadt zwischen 8 und 20 Uhr für den Autoverkehr gesperrt sein. Insgesamt 120 Gruppierungen, Vereine und Firmen wollen für ein buntes Programm sorgen, zu der dritten Auflage des Aktionstages erwarten die Organisatoren je nach Wetterlage 80.000 bis 100.000 Besucher. Ratsopposition und Autofahrerlobby können der Veranstaltung jedoch nicht viel abgewinnen. CDU-Finanzpolitikerin Kerstin Seitz etwa findet es falsch, die Veranstaltung trotz der finanziellen Notlage der Stadt aufrechtzuerhalten. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke hält den Aktionstag schlicht für eine „Spielerei“, Reinhard Manlik, Vorsitzender des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, für „Unsinn“.

Ganz anders sieht das der Bund für Umwelt und Naturschutz. Dessen hannoversche Vorsitzende Sybille Maurer-Wohlatz lobt den autofreien Sonntag als „wunderbares Erlebnis“. Sie befürchtet jedoch, dass knappe Kassen eine vierte Auflage des Aktionstages im kommenden Jahr verhindern könnten. „Vielleicht kann noch mehr ehrenamtliches Engagement dafür sorgen, dass die Kosten weiter sinken“, sagt Maurer-Wohlatz.

Mehr zum Thema

Der autofreie Sonntag in der Innenstadt soll dieses Jahr noch größer, bunter und vielfältiger werden als bisher. 120 Gruppierungen, Vereine und Firmen beteiligen sich am 16. Mai an dem dritten Aktionstag für Klimaschutz, mehr Bewegung und eine Innenstadt mit Lebensqualität.

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