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Aus der Stadt Streit ums Klinikum spaltet die CDU
Hannover Aus der Stadt Streit ums Klinikum spaltet die CDU
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09:46 27.11.2014
Von Mathias Klein
Foto: Der Klinikexperte Manfred Benkler warnte eindringlich davor, sich Reformen am Regionsklinikum zu verweigern.
Der Klinikexperte Manfred Benkler warnte eindringlich davor, sich Reformen am Regionsklinikum zu verweigern. Quelle: Simon Peters
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Vorausgegangen war ein Streit innerhalb der CDU-Regionsfraktion über die eigene Positionierung. Benkler, der in Hannover-Bemerode lebt, war bis zu seiner Pensionierung Chef der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover und war in dieser Funktion auch für elf Rehakliniken verantwortlich.

Morgen soll der Aufsichtsrat über das Medizinkonzept entscheiden. Während Benkler den inzwischen veränderten Plänen zustimmen wollte, wollen die beiden anderen CDU-Vertreter Gabriela Kohlenberg und Fraktionschef Bernward Schlossarek mit Nein stimmen. Er habe eine andere Überzeugung, wolle sich aber nicht gegen seine Fraktion stellen, sagte Benkler. Kohlenberg und Schlossarek kommen aus Springe beziehungsweise Lehrte - zwei Standorten, denen Klinikschließungen drohen.

Der Klinikexperte warnte eindringlich davor, sich Reformen am Regionsklinikum zu verweigern. „Wenn keine grundlegenden Reformen eingeleitet werden, dann bleibt das Klinikum nicht in kommunaler Trägerschaft“, sagte er. Leider habe er sich in seiner Fraktion nicht durchsetzen können.

Benkler war vor fast genau zwei Jahren in den Aufsichtsrat gerückt, seitdem sitzt er auch im Präsidialausschuss des Kontrollgremiums. Den Posten hatte er vom Gesundheitswissenschaftler Prof. Manfred Greiner übernommen. Dieser hatte das Gremium unter anderem wegen dessen fehlender wirtschaftlicher Strategie verlassen. Erst im Sommer war Regionspräsident Hauke Jagau an die Spitze des Aufsichtsrates gerückt, seine Vorgängerin Andrea Fischer war am Dauerstreit in der Geschäftsführung gescheitert.

Am Freitag trifft sich der Aufsichtsrat, um über die künftige Ausrichtung des Klinikums zu entscheiden. Zu den bisherigen Plänen, die unter anderem eine Schließung des Springer Krankenhauses und einen Klinikneubau im Nordosten der Region bei gleichzeitiger Schließung der Krankenhäuser in Großburgwedel und Lehrte vorsahen, gibt es inzwischen von SPD und Grünen zahlreiche Änderungswünsche. Außerdem laufen derzeit noch immer Verhandlungen mit ver.di über eine Beschäftigungssicherung.

Jagau bedauerte das Ausscheiden von Benkler, der „stets fachlich kompetent“ für das Klinikum gearbeitet habe. Ähnlich äußerte sich auch CDU-Fraktionschef Schlossarek: „Ich hätte mir gewünscht, dass er in der derzeitigen schwierigen Phase dem Klinikum erhalten bleibt.“

Unterdessen hat die CDU-Regionsfraktion Jagau aufgefordert, für die Diskussion über die künftige Ausrichtung des Klinikums mehr Zeit einzuplanen. Außerdem müssten konkrete Zahlen auf den Tisch gelegt werden.

Klaus von der Brelie 26.11.2014
29.11.2014