Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Strom und Gas in Hannover werden nicht teurer
Hannover Aus der Stadt Strom und Gas in Hannover werden nicht teurer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 14.03.2015
Von Bernd Haase
Das Heizkraftwerk Linden.
Das Heizkraftwerk Linden. Quelle: HAZ
Anzeige
Hannover

Trotz schwieriger werdender Marktbedingungen wollen die Stadtwerke Hannover die Preise, die Kunden für Gas, Strom und Wasser zahlen müssen, bis zum Jahresende stabil halten – „es sei denn, es passiert noch etwas Unvorhergesehenes“, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Feist bei der Präsentation der Bilanz für das Geschäftsjahr 2014. Bisher galt die Preisgarantie nur bis April.

Das Zahlenwerk fällt den Erwartungen entsprechend aus. Der Energieversorger hat einen Überschuss von 98,1 Millionen Euro erzielt. Damit bewegt er sich im Rahmen der Erwartungen, liegt aber um 8 Prozent unter dem Wert von 2013. Das bekommen auch die Anteilseigner – die städtische Holding VVG, die Thüga und die Region –  zu spüren. Die Gewinnabführung beträgt 88,9 Millionen Euro und fällt um gut 8 Millionen Euro geringer aus als 2013.

Wenn Feist von schwierigen Marktbedingungen spricht, meint er im Wesentlichen vier Punkte: Das abgelaufene Jahr war das wärmste seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Als Folge ist der Gasabsatz kräftig eingebrochen. Der Stromverbrauch in Deutschland sinkt – „in einem schrumpfenden Markt findet mehr Verdrängungswettbewerb statt“, erklärt Feist. Parallel dazu seien die Strompreise im freien Fall; in den vergangenen 24 Monaten sind sie um 30 Prozent eingebrochen.

Punkt vier beklagen die Stadtwerke schon seit Langem: Als Folge der Energiewende und der mit ihr verbundenen Förderung von Ökoenergie können sie mit ihren konventionellen Kraftwerken kein Geld mehr verdienen. Laut Technikvorstand Harald Noske bewegt sich lediglich das Gemeinschaftskraftwerk Stöcken noch in den schwarzen Zahlen. Dagegen machten der Kohlemeiler in Mehrum und das Heizkraftwerk Linden zuletzt jeweils 10 Millionen Euro Jahresverlust. „Die 150 Millionen Euro teure Modernisierung in Linden hätten wir uns sparen können“, befindet Noske.

Feist bezeichnet die derzeitige Situation als Treppenwitz: „Die Wirtschaftlichkeit der Kraftwerke und die allgemeine Versorgungssicherheit in Deutschland verschlechtern sich.“
Insgesamt haben die Stadtwerke im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro investiert. Sie tummeln sich selbst auf dem Feld der erneuerbaren Energien und setzen dabei vor allem auf Windkraft. Außerdem fließt Geld in die Netze.

Personalchef Jochen Westerholz erklärte unterdessen, dass das Unternehmen erstens die Frauenquote von derzeit 22 Prozent anheben wolle und zweitens in Zukunft stärker um qualifizierte Bewerber kämpfen müsse. Im Augenblick passiert das noch nicht: „Auf fast jede Ausschreibung bekommen wir Bewerbungen von Eon-Mitarbeitern.“ Der Großkonzern baut in Hannover massiv Personal ab.

Saskia Döhner 13.03.2015
Aus der Stadt Von alten Sofas, Ratten und Hupkonzerten - Unterwegs mit Hannovers Sperrmüllabfuhr
11.03.2015