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Aus der Stadt Stromauto serviert PS-Protz ab
Hannover Aus der Stadt Stromauto serviert PS-Protz ab
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00:15 10.02.2014
Foto: Der Autotest zwischen dem E-Up und einem Mercedes C-Klasse Coupe von Herrn Karl-Heinz Steffen. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Bei den Wiederholungen stand es unentschieden - auf regennasser Strecke hatte der schwere Benziner mit seinen breiten Sportreifen dann doch mehrfach die Schnauze vor dem leichten Ökoflitzer dann im Ziel. „Bei normalen Bedingungen ist der Elektroantrieb dem Verbrennungsmotor weitaus überlegen“, sagt ADAC-Fahrtrainer Detlef Kehe: „Der Stromantrieb leitet die Kraft des Drehmoments von Anfang an voll auf das Fahrwerk, während der Benziner aus dem Dehzahlkeller kommt und die Kraft erst aufbauen muss.“

Hannover ist Teil des Schaufensters Elektromobilität. Millionen Euro werden in den Ausbau der Infrastruktur vor allem für Elektroautos investiert. Die HAZ hat daher den Praxistest gemacht: Unsere Leser durften uns eine Woche lang Aufgaben stellen, die der kleine Stadtflitzer im Alltagsbetrieb erledigen musste. Das Fahrzeug wurde uns vom Autohaus Gessner & Jacobi zur Verfügung gestellt, unterstützt von den Stadtwerken enercity.

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Auf die Aufgaben mussten wir nicht lange warten. Dutzende Vorschläge haben die HAZ-Leser eingereicht - vom Test der Familientauglichkeit bis zur Frage, wie das Elektromobil von Stadtmenschen geladen werden soll, die in Etagenwohnungen leben und keine Garage mit Stromanschluss haben. In einer Umfrage auf unserer Internetseite www.haz.de haben zudem Hunderte Leser dafür votiert, mit einem Ganztagstest zu prüfen, wie weit der E-Up ohne Zwischenladung kommt. Den üppigen Herstellerangaben zur Reichweite glaubten die Leser wohl nicht - zu recht, wie sich im Test zeigte. Zumindest, wenn man im Winter nicht auf die Heizung im Wagen verzichten will, schafft der Stromwagen bei weitem nicht das, was die Werbebroschüren versprechen.

Doch das blieb eigentlich das einzige Manko im Test. Überall erregte der E-Up Aufsehen, wenn er mit kaum hörbarem Summen vorfuhr; immer wieder wollten Passanten zu kurzen Testfahrten mitgenommen worden und zeigten sich von den technischen Spielereien im Inneren angetan. Besonders beliebt: Die Rekuperationsanzeige, die anschaulich demonstriert, wie beim Entschleunigen überschüssige Energie wieder in den Akku zurückgeführt wird. Viele Buskunden kennen diese Anzeige von den Hybridbussen der Üstra, die die Technik ebenfalls nutzen.

Erstaunlich flott unterwegs: Der elektrisch betriebene E-Up überzeugt im Beschleunigungstest gegen ein Mercedes C-Coupé.

Zu Beginn sah es kurzzeitig danach aus, als ob der Test schon nach 24 Stunden zuende wäre. Der Wagen musste in der Nacht zu Dienstag mit lautem Schaben und Schleifen im Fahrwerk vor der Oper abgestellt werden. Am nächsten Morgen nahm das Autohaus Gessner & Jacobi ihn auf den Abschleppwagen - doch Werkstattchef Artur Hoffer hatte sofort den richtigen Verdacht: Ein kleiner Splitstein hatte sich zwischen rechter Bremsscheibe und einem Abdeckblech verkeilt und beim Rollen das kreischende Geräusch ausgelöst. In der Werkstatt war das Problem schnell behoben. „Kein Problem dieses Wagentyps, das haben wir auch schon beim Golf erlebt“, sagt Hoffer: „Und mit dem Strombetrieb hat das erst recht nichts zu tun.“ VW bietet zu dem Elektrowagen übrigens eine interessante Mobilitätsgarantie der besonderen Art: Weil er mit seiner Reichweite für Urlaubs- und sonstige Fernfahrten nicht geeignet ist, bekommt jeder Käufer pro Jahr 30 Tage lang ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor kostenlos gestellt.

Apropos Geld: Mit 26 900 Euro ist der Wagen nicht billig - allerdings scheint die Stromtechnik jetzt endlich ausgereift. Und wer viel im Stadtverkehr unterwegs ist , spielt die Mehrkosten der Anschaffung möglicherweise durch niedrige Verbrauchskosten wieder herein: Im HAZ-Test kostete der Kilometer mit dem Strommobil mit umgerechnet etwa 6 Cent nur fast halb so viel wie mit einem Benzinmotor.

Wer den Wagen selbst testen möchte: Die Stadtwerke enercity ermöglichen es Hannoveranern, im März selbst den E-Up eine Woche lang zu testen. Mehr Informationen gibt es unter www.enercity.de/emobility.

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