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Aus der Stadt Gestohlener VW-Bus bei Umzug entdeckt
Hannover Aus der Stadt Gestohlener VW-Bus bei Umzug entdeckt
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00:31 22.02.2015
Von Michael Zgoll
Ein solches Modell wurde dem Studenten vor zwei Jahren gestohlen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Knapp zwei Jahre nach dem schmerzlichen Verlust eines VW-Transporters, den er sich von den Eltern geliehen hatte, erkannte er den T4 wieder. Bei einem Umzug, für den sich ein Kumpel aus der Gartenbranche einen Transporter bei seinem Chef geliehen hatte. Der Schuldige, ein 55-jähriger Kleinkrimineller, ist jetzt vom Amtsgericht Hannover zu 4000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Rechtskräftig verurteilt zu 160 Tagessätzen à 25 Euro wegen Hehlerei, Betrugs, Falschbeurkundung und Meineids.

Der T4 war etwas ganz Besonderes. Ein amerikanisches Modell, Baujahr 1993, silbern und – selbstredend – bestens gepflegt. Die Eltern des Studenten hatten den Wagen im Jahr 2000 für umgerechnet rund 7000 Euro gekauft und zum Campingbus ausgebaut. Im Januar 2012 passierte das Malheur: Der VW wurde dem damals 21 Jahre alten Sohnemann geklaut. In Linden-Nord, vor seiner Haustür. Zunächst setzte der junge Mann noch darauf, dass der T4 wieder auftauchen würde – nach wenigen Tagen, von übermütigen Halbstarken nur vorübergehend ausgeliehen für eine Spritztour. Doch diese Hoffnung trog.

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Umso mehr staunte der Student, als er den verschollenen Bus im Herbst 2013 beim Umzug des Freundes wiedererkannte. Der Wagen, in dem Tisch und Bett transportiert wurden, war der Bulli seiner Eltern. Andersfarbig lackiert, aber genau der richtige. Der Student erkannte allerlei Merkmale wieder. Die gefederte Stoßstange nach amerikanischer Art. Die US-Bremsleuchten. Das Loch im Fahrersitz, das er einst mit einer Zigarette hineingebrannt hatte. Und auch der fehlende Griff an der Heckklappe und die Wasserflecken am Wagenhimmel kamen ihm wunderbar vertraut vor: Vor ihm stand die Familienkutsche. Mit respektablen 174 000 Meilen auf der Uhr.

Im Laufe der folgenden Monate klärte sich, was dem Transporter nach Januar 2012 widerfahren war. Er geriet in die Hände des 55-Jährigen, der in einer Baumschule arbeitete. Ob er den VW selbst stahl oder nur als Hehler unterwegs war, konnte Amtsrichter Koray Freudenberg – selbst bekennender VW-Bus-Fan – nicht zweifelsfrei klären. Fest steht nur, dass der Täter seinem Chef den Wagen zum Kauf anbot. Für 2500 Euro. Zu diesem Zeitpunkt hatte er dem T4 bereits neue Fahrgestellnummer, Farbe und Papiere verpasst. Der Baumschulenbesitzer, nichts ahnend, freute sich über den günstigen Kauf.

Doch wie gewonnen, so zerronnen – lange währte die Freude des Studenten nicht. Rechtmäßiger Besitzer des VW war nun die Versicherung. Die hatte der Familie 4500 Euro überwiesen und damit alle Eigentumsrechte erworben. Und auch der Baumschulenchef guckte dumm aus der Wäsche – er musste sich nach einem neuen Transporter umsehen. 

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