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Aus der Stadt Studentenvertreter streiten mit Hannovers Uni-Präsident wegen Semesterbeitrag
Hannover Aus der Stadt Studentenvertreter streiten mit Hannovers Uni-Präsident wegen Semesterbeitrag
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14:15 11.03.2011
Hannovers Uni-Präsident Erich Barke hat sich klar für die Studiengebühren ausgesprochen. Quelle: Martin Steiner

Die klare Position des Präsidenten der Leibniz Universität Hannover, Prof. Erich Barke, für die Beibehaltung von Studiengebühren ist beim Asta der Universität auf Widerspruch gestoßen. Die Studiengebühren führten dazu, dass Studenten mit nicht so finanzkräftigen Eltern noch mehr arbeiten müssten, um ihr Studium zu finanzieren, sagte gestern der Sprecher der Studentenvertretung, David Diel.

Gerade die Studiengebühren, die in Niedersachsen 500 Euro pro Semester betragen, führen nach Darstellung des Asta zu finanziellen Engpässen bei Studenten. Das sei immer dann zu merken, wenn der Zahltermin näherrücke, sagte Diel. Etliche Studenten die es nicht geschafft hätten, das Geld zusammenzubekommen, würden dann die vom Asta angebotenen Darlehen in Anspruch nehmen, um die Studiengebühren bezahlen zu können.

Barke hatte im HAZ-Interview für die Beibehaltung von Studiengebühren plädiert und darauf verwiesen, wie wichtig die Einnahmen für die Universität seien. Sollten wegen der Studiengebühren zehn Prozent der Studenten in andere Bundesländer abwandern, dann sei das noch zu verschmerzen. Gerade diese Äußerung zeige, „welche bizarren Formen das Bildungssystem in Niedersachsen inzwischen angenommen hat“, sagte Diel. Er zeigte sich über Barkes Äußerungen verwundert. In den Diskussionen mit der Studentenvertretung sage Barke immer, wenn das Land für die Studiengebühren einspringe, könnten sie abgeschafft werden – und das fände er in Ordnung.

Diel wies auch die Aussage des Hochschulpräsidenten zurück, die Studenten würden mit durchschnittlich 20 bis 30 Stunden pro Woche zu wenig Zeit für das Studium aufwenden. Die meisten investierten deutlich mehr Zeit, meinte Diel. Zusätzlich müssten viele noch arbeiten, um sich das Studium überhaupt leisten zu können.

Der Asta-Sprecher räumte ein, dass es durch die Studiengebühren Verbesserungen in der Ausstattung der Universität gibt, das Ausmaß der Verbesserungen sei aber je nach Studiengang unterschiedlich. „Da wird für die Maschinenbauer viel mehr getan als für die Geisteswissenschaftler“, sagte Diel.

Unterstützung für seine Forderung nach Beibehaltung der Studiengebühren erhielt Uni-Präsident Barke von der Medizinischen Hochschule (MHH). „Wir investieren das Geld aus den Studiengebühren vor allem in Lehrkräfte und in die Lehrbuchsammlung“, sagte der stellvertretende Studiendekan Prof. Ingo Just. Und ein Rückgang der Studentenzahl sei nicht zu beobachten, derzeit gebe es eher einen erhöhten Andrang auf die MHH. Die dortigen Studenten hätten kein Problem, die Gebühr zu bezahlen.

Mathias Klein

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