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Aus der Stadt Studentenwerk plädiert für Studiengebühren
Hannover Aus der Stadt Studentenwerk plädiert für Studiengebühren
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21:56 12.10.2011
Von Frank Winternheimer
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Ohne die Einnahmen könnten die Hochschulen wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre und der Infrastruktur auf dem Campus nicht umsetzen, sagt Hoffmann im HAZ-Interview. Quelle: Heusel
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Hannover

Wenn Eltern für die Kita-Betreuung zahlen müssen, sei es angemessen, auch angehende Akademiker für ihr Studium bezahlen zu lassen. Hoffmann plädiert zugleich dafür, die Studiengebühren von 500 Euro pro Semester sozialverträglicher zu gestalten, Bafög-Empfänger grundsätzlich davon zu befreien und Sonderregelungen für ausländische Studierende zu schaffen.

Derzeit erheben bundesweit nur noch Niedersachsen und Bayern Studiengebühren. In Bundesländern, in denen die Gebühren wieder abgeschafft wurden, habe sich gezeigt, dass die Einnahmeausfälle der Hochschulen nicht hinreichend kompensiert werden, sagt Hoffmann. Auf den Studentenansturm aus dem doppelten Abijahrgang sieht sich das Studentenwerk gut vorbereitet. Manche Einrichtungen erreichen aber ihre Kapazitätsgrenzen. Die Mensa auf dem Conti-Campus der Uni kann die Nachfrage der Studenten aus den Wirtschafts-, Rechts- sowie Sprach- und Literaturwissenschaften nicht mehr bewältigen. „Wir haben keine Möglichkeit, diesen Standort auszubauen“, sagt Hoffmann. Ein Teil der Studenten müsse auf die zwei Stadtbahnstationen entfernte Hauptmensa ausweichen.

Als grundsätzliches Problem betrachtet Hoffmann die schlechte Versorgungsquote mit Wohnheimplätzen in der Landeshauptstadt. Während diese im Landesschnitt bei 13 Prozent liegt, sind es in Hannover nur 8,16 Prozent. Bund und Land hätten zu wenig in den Wohnheimbau investiert, kritisiert er. Um den Sanierungsstau im Altbestand zu beheben, hat das Studentenwerk bis 2020 ein 16,5 Millionen Euro teures Modernisierungsprogramm aufgelegt.

Juliane Kaune

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