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Aus der Stadt Ärzte wollen 10.000 Hannoveraner untersuchen
Hannover Aus der Stadt Ärzte wollen 10.000 Hannoveraner untersuchen
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20:18 02.07.2013
Von Juliane Kaune
Probe-Check: Auch Herzfrequenzen werden im Rahmen der Studie geprüft.HZI / Misiak
Hannover

Sie werden für eine große Aufgabe gebraucht: 10.000 Hannoveraner sollen dazu beitragen, die Gesundheit der Deutschen so intensiv zu erforschen, wie es bisher noch nicht geschehen ist. Für die bundesweit größte Studie zur Volksgesundheit sucht das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) auch freiwillige, gesunde Testpersonen aus Hannover. Das HZI, das hier eng mit der Medizinischen Hochschule (MHH) und der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) zusammenarbeitet, ist eines von bundesweit 18 Studienzentren, die sich an der „Gesundheitsstudie Deutschland“ beteiligen, die der Bund mit insgesamt 200.000 Testpersonen im Alten von 20 bis 69 Jahren über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten plant. Zum Jahresbeginn 2014 soll es losgehen.

In der Studie, die das Bundesforschungsministerium in den ersten zehn Jahren mit 210 Millionen Euro fördert, soll den Ursachen von Volksleiden wie Krebs, Diabetes, Demenz, Herz-Kreislauf- oder Infektionskrankheiten auf den Grund gegangen werden. Die Teilnahme an der sogenannten Kohortenstudie wertet Prof. Gérard Krause vom HZI als wichtigen Erfolg für den Medizinstandort Hannover. Krause, der auch einen Lehrstuhl für Infektionsepidemiologie an der MHH innehat, leitet das Studienzentrum, das bereits im hannoverschen Medical Park eingerichtet wurde. Es ist das einzige Studienzentrum in Niedersachsen, das an der Deutschlandstudie teilnimmt. Zudem werden in Hannover alle Daten ausgewertet, die bundesweit zum Schwerpunkt Infektionskrankheiten erhoben werden. Knapp eine Million Euro pro Jahr fließen in die Arbeit des hiesigen Teams.

Zentrales Ziel der repräsentativen Langzeitstudie ist es, epidemiologisch gesicherte Erkenntnisse über Entstehung und Risikofaktoren, Vorbeugung und Früherkennung von weit verbreiteten Erkrankungen zu erhalten. Der Einfluss erblicher Faktoren wird ebenso eine Rolle spielen wie Umweltbedingungen, das soziale Umfeld und der Lebensstil.

Anfang 2014 wird das HZI Post an potenzielle Studienteilnehmer aus Hannover verschicken, die nach dem Zufallsprinzip und bestimmten Vorgaben aus den Daten des Einwohnermeldeamtes ausgewählt wurden. „Der Datenschutz bleibt gewährleistet“, versichert Krause. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass sich Interessenten nur melden sollen, wenn sie eine Einladung erhalten haben. Die Erfahrung zeige, dass etwa fünfmal so viele Kandidaten angeschrieben werden müssten, wie schließlich tatsächlich bei der Studie mitmachen. Binnen vier Jahren sollen die 10000 Probanden gefunden sein. Bis dahin werden jedes Jahr im Schnitt etwa 2500 Männer und Frauen in dem Studienzentrum im Medical Park untersucht - von der Blutdruckkontrolle bis zum Lungenfunktionstest. „Das ist wie ein Gesundheitscheck beim Arzt“, erklärt Prof. Lothar Kreienbrock von der TiHo, der zum Lenkungsteam der Studie gehört. Eine seiner Aufgaben ist es zu erforschen, welche Krankheiten von Haus- oder Nutztieren auf den Menschen übertragen werden.

Möglichst viele Probanden sollen auf lange Sicht in der Kartei der Forscher bleiben. Alle fünf Jahre gibt es eine neue Untersuchungsrunde - bis zum Jahr 2034.

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