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Aus der Stadt Suche nach der richtigen Sorte
Hannover Aus der Stadt Suche nach der richtigen Sorte
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18:25 18.06.2015
Von Bernd Haase
Leiterin Carolin Lichthardt (rechts) und ihre Mitarbeiterin inspizieren Weizen, der nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde. Quelle: Marta Krajinovic
Hannover

Weizen ist nicht gleich Weizen - das kann man sich auf Parzellen der Versuchsstation Gartenbau der Leibniz Universität in Ruthe bei Sarstedt ansehen. Dort treiben derzeit 220 unterschiedliche Arten des Getreides Ähren aus, wobei die globale Vielfalt vertreten ist. Anlass der Pflanzungen: Ein Wissenschaftlerteam sucht dort nach dem Weizen der Zukunft. „Benötigt werden künftig vor allem Sorten, die eine höhere Anpassungsfähigkeit an extreme Witterungsbedingungen haben“, sagt Prof. Hartmut Stützel, Leiter des Instituts für gartenbauliche Produktionssysteme der hannoverschen Hochschule.

Wie wichtig Weizen für die Ernährung des Menschen ist, zeigt ein kleiner Blick in die Statistik. Nach Reis und Mais belegt Weizen Platz drei in der internationalen Getreideproduktion. Am häufigsten wird er zu Brot gebacken, aber auch viele Kuchenprodukte, Fertigsuppen oder Fischstäbchen lägen ohne ihn nicht in den Regalen des Lebensmittelhandels. Was der Mensch nicht verbraucht, kommt in die Futtermittelproduktion für Tiere.

„Die Anforderungen an den Weizen werden steigen“, sagt Stützel. Sie sind ohnehin schon unterschiedlich: Konsumenten aus westlichen Industrienationen wollen verstärkt Erzeugnisse aus ökologischem Anbau, in ärmeren Ländern kommt es dagegen vor allem auf die Erträge an, die die Felder liefern. Immer stärker rücken jetzt Klimaeinflüsse in den Blickpunkt. Gebraucht werden Sorten, die bei großer Trockenheit nicht verdorren, solche, deren Halme bei Wolkenbrüchen nicht knicken oder deren Ähren auch bei starker Sonneneinstrahlung reifen.

Auch die Politik nimmt Einfluss. „Um einen für die Backqualität notwendigen hohen Eiweißgehalt zu erreichen, brauchen die Pflanzen Stickstoffdünger. Den nehmen sie aber bisher nicht so gut auf“, erklärt Stützel. Weil dieser Umstand sowie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln das Grundwasser belasten, muss hier etwas getan werden. Die Europäische Union hat Deutschland mehrfach aufgefordert, Richtlinien für den Grundwasserschutz zu verschärfen.

Dass eines Tages eine Weizensorte gezüchtet wird, die alle Anforderungen auf einmal erfüllt, gilt als unmöglich. „Wir suchen nicht den besten Weizen, sondern den passenden für bestimmte Verhältnisse“, sagt deshalb Stützel. Dabei befasst sich das Team in Ruthe um Carolin Lichthardt zunächst mit der Vergangenheit. Untersucht werden Arten, die in den vergangenen 50 Jahren durch Züchtung entwickelt wurden. In Feldversuchen, aber auch in Laboren und Gewächshäusern erfassen die Wissenschaftler die genetische Vielfalt der Getreidearten als Grundlage für gezielte Neuzüchtungen. Das geht nicht von heute auf morgen. Es dauert nach Angaben von Stützel etwa 15 Jahre, bis eine neu entwickelte Sorte auch tatsächlich reif für den Anbau ist.

Die Pläne, die die Forscher entwickeln, sind also auf das Jahr 2030 ausgerichtet. Dabei sind die Hannoveraner nicht allein; sie koordinieren einen Verbund mit sieben Partnern. Auch das Bundesforschungsministerium hegt Interesse an der Weizenfrage. Es fördert das Projekt über fünf Jahren mit insgesamt 3,5 Millionen Euro.

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