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Aus der Stadt Sucht oder Sicherheit?
Hannover Aus der Stadt Sucht oder Sicherheit?
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19:46 06.11.2009
Von Felix Harbart
Kameras der Deutschen Bahn dürfen den Ernst-August-Platz bis zu den Stadtbahngleisen überwachen. Quelle: Christian Behrens

Wenn die Sprache auf Überwachungskameras im öffentlichen Raum kommt, ist Niedersachsens Datenschutzbeauftragter Joachim Wahlbrink ein Freund deutlicher Worte. Geradezu „seuchenartig“ habe die Zahl der von Behörden und Firmen eingesetzten Videokameras zuletzt zugenommen, sagte Wahlbrink vor einem Vierteljahr. Dann sprach er vom „Geschäft mit der Angst“, an dem sich die Politik beteilige, indem sie „Sicherheitsillusionen“ nähre, und von der Geldverschwendung, die dabei herauskomme. Einige Monate zuvor hatte Wahlbrink bemängelt, dass immer mehr Kneipenwirte ihren Gästen per Überwachungskamera auf die Teller schauen. Freitag nun, bei der Vorstellung seines Jahresberichts, illustrierte Wahlbrink die Flut an elektronischen Augen mit einer Zahl, die regelmäßige Besucher der hannoverschen Innenstadt überraschen dürfte: Auf den wenigen Metern zwischen Hauptbahnhof und Kröpcke seien in Geschäften und Banken, aber auch durch die Polizei, rund 500 Kameras angebracht, viele davon illegal.

Im August hatte der Jurist Landkreise, Städte und Gerichte mit der Aufforderung behelligt, genaue Angaben zu all ihren Kameras zu machen – die Ergebnisse stehen bis dato noch aus. Auch dazu, wo genau zwischen Hauptbahnhof und Kröpcke-Uhr die 500 Kameras angebracht sind, ließ sich Wahlbrink am Freitag nicht im Detail ein. Aus seiner Behörde, dem Innenministerium, verlautete unterdessen Lustloses zu den Auführungen Wahlbrinks: Es sei schließlich nichts dagegen zu sagen, dass Karstadt Kameras in seiner Herrenoberbekleidung aufhänge, hieß es. Zu den Vorwürfen, auch die öffentliche Hand übertreibe es mit der Überwachung von Straßen und Plätzen, will man sich erst äußern, wenn die von Wahlbrink bestellte Erhebung fertig sei.

In der Essener Karstadt-Zentrale verwies man derweil darauf, mit den Kameras „das Eigentum des Unternehmens“ zu schützen. Wie viele der Geräte etwa in der hannoverschen Filiale in der Bahnhofstraße hängen, sagt das Unternehmen nicht. Erkenntnisse darüber, wie ein Fehlen der Kameras die Zahl der Diebstähle beeinflussen würde, habe man nicht, heißt es bei Karstadt. Sicher aber sei, dass die Zahl „rapide zunehmen würde“. Was in den Karstadt-Filialen aufgenommen werde, werde in der Regel „zeitnah“ gelöscht – außer jenen Bändern, die zur Beweissicherung an die Polizei gehen.

Die Polizeidirektion Hannover, so viel lässt sich sagen, greift in der Region auf 78 Kameras zurück. Zwei davon befinden sich im von Wahlbrink beschriebenen Bereich, dazu eine am Opernplatz. Schwerpunktmäßig nutzt die Polizei die Technologie zur Verkehrsüberwachung, etwa an viel befahrenen Autobahnkreuzen. Kameras wie die am Kröpcke dienten zur Kriminalitätsbekämpfung oder zur Aufklärung einer aktuellen Lage, sagt ein Sprecher. Nur die Hälfte aller 78 Kameras zeichne überhaupt auf, die Daten der Übrigen würden nach fünf Tagen gelöscht.

Im September hatte der Tod eines S-Bahn-Passagiers die Debatte um die Überwachung von Bahnhöfen und Bahnsteigen angeheizt, der in München von Schlägern zu Tode geprügelt worden war. In Hannover hängen allein 200 Kameras in den S-Bahn-Stationen, 120 sind im Bereich des Hauptbahnhofes installiert. 53 der 291 Stadtbahnen der Üstra werden auf diese Weise überwacht, zudem 69 von 135 Bussen. Was für Wahlbrink eine „Sicherheitsillusion“ ist, ist für Minister Uwe Schünemann durchaus wirksam: „Nur wenn die Täter wissen, dass sie gefilmt werden, schreckt dies auch ab“, sagte er zuletzt.

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