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Aus der Stadt Südlink-Trasse stoppt Wohnungsbau
Hannover Aus der Stadt Südlink-Trasse stoppt Wohnungsbau
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07:08 10.03.2014
Von Conrad von Meding
Foto: Die Planungen der neuen Südlink-Trasse blockieren den Wohnungsbau in Hannover.
Die Planungen der neuen Südlink-Trasse blockieren den Wohnungsbau in Hannover. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

„Wir wollen uns später nicht den Vorwurf anhören müssen, die Menschen hätten Grundstücke gekauft, in deren unmittelbarer Nähe plötzlich große Strommasten gebaut werden“, sagt Stadtbaurat Uwe Bodemann. Weil Hannover allerdings großen Bedarf an zusätzlichem Wohnraum habe, hoffe die Stadt auf eine schnelle Klärung des Verlaufs der sogenannten Südlink-Trasse beziehungsweise der Frage, ob die Stromleitung im Raum Hannover gegebenenfalls unterirdisch verlegt werden kann.

800 Kilometer lang soll die Höchstspannungsleitung sein, die Windstrom von der Nordseeküste ins süddeutsche  Würzburg transportiert. Wo genau die 70 Meter hohen Masten stehen sollen, ist noch unklar: Bislang ist nur ein ein Kilometer breiter Korridor definiert. Fest steht: Er verläuft fast senkrecht durch die Region Hannover. Von Fuhrberg geht es gen Süden, begleitet ein Stück weit die B 3 und dann ab Kirchhorst die A 7 bis Ingeln-Oesselse. Dabei quert die Trasse im Stadtgebiet Hannovers nicht nur wichtige Naturgebiete wie den Misburger Wald, die Gaim am Fuße des Kronsbergs und das Bockmerholz, sondern nähert sich bei Anderten und Wülferode auch bestehenden Siedlungsgebieten.

Stadtbaurat Bodemann berichtet, dass die Stadt sich bei einer Veranstaltung des Städte- und Gemeindebunds Informationen aus erster Hand besorgt und jetzt eine erste grobe Flächenanalyse vorgenommen habe. Das Fazit: „Wenn der Abstand der oberirdischen Leitung zur Wohnbebauung minimal 400 Meter betragen darf, dann kann es im Bereich Anderten und Wülferode zu Konflikten kommen.“ Dort könne – je nach Detaillage der Masten im Korridor – der Mindestabstand unterschritten werden.

In vertraulicher Runde mit den Spitzen der Ratsfraktionen ist jetzt vereinbart worden, die Planung des Neubaugebiets Am Wiesengraben in Wülferode zu stoppen. Die Entfernung zur Autobahn beträgt dort zwar rund 500 Meter. Östlich der Autobahn befindet sich die große Raststätte. „Wenn die Stromtrasse westlich der Autobahn gebaut wird, könnte es mit der 400-Meter-Regelung sehr knapp bis zum Neubaugebiet werden“, sagt Bodemann. Bitter für Hannover: Das Flächennutzungsplanverfahren ist fast fertig, normalerweise hätte die Stadt jetzt das verbindliche Bebauungsplanverfahren gestartet, dann hätten dort kurzfristig knapp zwei Dutzend Einfamilienhäuser entstehen können. Die Fläche hätte den nordöstlichen Ortsrand von Wülferode arrondieren sollen, der dort oberhalb der Bebauung der Niederfeldstraße einen Knick hat.

Regionspräsident Hauke Jagau hatte kürzlich im HAZ-Interview gefordert, die Trasse in dicht besiedelten Teilen der Region ohnehin möglichst unterirdisch zu verlegen oder gleich eine entferntere Route zu planen. Bodemann sagt, die Stadt ihrerseits habe bei den Netzbetreibern ihr grundsätzliches Interesse angemeldet, in die Planung intensiv einbezogen zu werden, und habe dabei auch darum gebeten, eine Erdtrasse, also die unterirdische Variante, zu prüfen.

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