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Aus der Stadt Südschnellweg: Tunnel noch nicht genehmigt
Hannover Aus der Stadt Südschnellweg: Tunnel noch nicht genehmigt
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00:17 27.03.2018
Dauerproblem Südschnellwegbrücke: Frühestens 2022 können die Umbauarbeiten beginnen.  Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Eigentlich war die Zusage des Bundesverkehrsministeriums für den Bau des Südschnellweg-Tunnels unter der Hildesheimer Straße bereits im Herbst erwartet worden. Sie liegt aber immer noch nicht vor. Zu Beunruhigung gebe es aber keinen Grund, sagte Projektleiter Sebastian Tacke von der Landesstraßenbaubehörde beim jüngsten Planungsdialog zu dem 300-Millionen-Euro-Projekt. Es habe verschiedene Rückfragen aus dem Bund gegeben, die abgearbeitet worden seien. Eine derartiger Prüfungszeitraum sei „ganz normal bei Planungsvorgängen dieser Dimension“.

Der Dialog begleitet den Planungsprozess. Es nehmen regelmäßig Anwohner, Kommunalpolitiker, Gewerbetreibende und Vereinsvertreter aus der Nachbarschaft teil, als externer Moderator leitet Ralf Eggert vom Unternehmen ifok die Treffen. Bei der elften Sitzung im März im Bernwardshaus in der Helmstedter Straße ging es unter anderem um Grundwasserfragen: Schon jetzt sind die Keller rund um die Südschnellwegkreuzung mit der Hildesheimer Straße in regenreichen Phasen oft nass. Ein Sachverständiger stellte vor, mit welchen Rechenmodellen die Grundwasserstände modelliert werden, um Aussagen über eine Veränderung beim Einbau eines Tunnels treffen zu können. Falls es tatsächlich zum Tunnelbau kommt: Als es um den Lärmschutz ging, stellte ein Gutachter vor, welche Auswirkungen verschiedene Planungsvarianten wie der Neubau einer Brücke, die Anlage eines Trogs oder eben eines Tunnels auf Lärmschutzprojekte hätte. Denn noch sind formal alle Varianten im Spiel. 

Aktuell plane man parallel zur Prüfung des Bundesverkehrsministeriums „nur noch mit der Tunnelvariante“, sagt Projektleiter Tacke. Im September war im Ministerium das Tunnelkonzept vorgestellt worden, die Rückmeldung sei eindeutig gewesen, dass diese Variante „große Sympathien genießt und genehmigungsfähig sein könnte“. Nachdem nun alle Detailfragen geklärt seien, rechne man nach Ostern mit der schriftlichen Zusage, sagt Tacke

Die instabile Schnellwegbrücke über der Hildesheimer Straße ist in mehrjähriger Arbeit bisher nur provisorisch repariert worden. Tonnenschwere Betonkonsolen mit armdicken Stahlseilen fixieren das Bauwerk, damit es bis noch einige Jahre durchhält. Bevor die Bauarbeiten voraussichtlich im Jahr 2022 beginnen, muss ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Dann soll nach bisherigem Stand eine Ersatzbrücke neben der bisherigen Brücke errichtet werden, auf der zur Innenstadt gelegenen Straßenseite. Ist diese fertig, kann ab 2023 das alte Bauwerk abgerissen werden. Erst danach soll der Bau des Tunnels beginnen. Das Land schätzt die Bauzeit auf bis zu sechs Jahre.

Von Conrad von Meding