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Aus der Stadt Hier kommt die Sonne
Hannover Aus der Stadt Hier kommt die Sonne
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00:15 26.05.2015
Von Uwe Janssen
Finnischer Power-Rock mit Orchestersound: Sunrise Avenue rocken auf der Expo-Plaza vor 23.000 Zuschauern. Quelle: Wallmüller
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Hannover

So haben sich das wohl alle vorgestellt: langes Pfingstwochenende, und der bevorstehende schöne Pfingstsonntag fängt auf der Expo-Plaza schon am Sonnabend an. Als die Restsonne hübsche Muster auf die paar Restwolken malt, geht auf dem riesigen Platz noch einmal die Sonne au. Das Orchester spielt die „Finlandia-Hymn“, die, so Sänger und „The Voice“-Juror Samu Haber, „schönste Musik, die unser Land je hervorgebracht hat“. Naja, bisschen dicke aufgetragen, aber nett gemeint. Und einer der Momente, die das 21st Century Orchestra ins rechte Licht rücken. Die Damen und Herren an den klassischen Instrumenten machen es ziemlich eng auf der großen Bühne, die sonst die finnischen Popstars für sich alleine hätten.

Die finnischen Rocker von Sunrise Avenue spielen bei ihrer Best-of-Tour 2015 auch vor Tausenden Fans auf der hannoverschen Expo-Plaza.

Doch diese eine Show in diesem Sommer tritt Sunrise Avenue mit dieser wuchtigen Verstärkung an. „Letzte Woche haben wir in Helsinki eine echte Rockshow gespielt“, sagt Haber, „und das hier ist auch etwas Besonderes“. Ist es, aber es ist auch ein Balanceakt. Die Masse ist in Feierstimmung, das merkt man immer, sobald die Band Gas gibt.

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Und doch sollen die Songs auch im Orchestersound baden. Haber und Co suchen Kompromisse. Das gelingt manchmal, aber manchmal auch nicht. „Welcome to my Life“ entfaltet Kraft und ist bis in die hinteren Reihen großes Kino. „Nothing is over“ ebenso, wobei Haber auch der Typ für gut abgehangenes Pathos ist. „Out of my Life" fängt, der alte Trick, klassisch an und geht dann in die Rocknummer, die sie eigentlich ist, über.

Sunrise Avenue sind auf ihrer „Best of Tour 2015“ auch nach Hannover gekommen. Tausende Fans ließen sich das Konzert auf der Expo-Plaza nicht entgehen.

Die Zuschauer haben sich ihre Plätzchen gesucht. Einige waren schon einen Tag vorher da und haben Zelte (!) auf der harten Expo-Plaza aufgeschlagen. Sie stehen nun natürlich ganz vorn und schmachten Haber und seine Bandkollegen an. Weiter hinten suchen sich die Besucher gern erhöhte Stehplätze auf den Baumhügeln, manche sitzen gar hinten auf der Treppe zur Stadtbahn-Station Messe-Ost. Zwei Leinwände ermöglichen den vergrößerten Blick auf das Geachehen, Habers markant tiefe Simme und auch der Orchester-Rockband-Mix kommt akustisch überall recht gut an, was unter diesen Gesamtbedingungen gar nicht so einfach ist.

Hollywood Hills“, mittlerweile vom Mond beschienen, wird vom Rockstampfer zur bombastischen Powerballade, ist aber dafür nicht gemacht, was man merkt. Und dann, etwas überraschend, ist die Show auch schon zu Ende. 90 Minuten. Das muss reichen. Tut es auch. Vielleicht will ja auch die Band den Eurovision Song Contest zu Ende gucken.

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