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Aus der Stadt Syrer berichtet über Flucht nach Deutschland
Hannover Aus der Stadt Syrer berichtet über Flucht nach Deutschland
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07:33 09.11.2015
Von Bärbel Hilbig
Internationaler Gottesdienst in der Neustädter Hof- und Stadtkirche. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Fürbitten können manchmal lang, laut und zornig klingen. Ganz anders, als die meisten Protestanten es hierzulande gewohnt sind. Doch beim interkulturellen Gottesdienst in der Neustädter Hof- und Stadtkirche verlief gestern vieles anders als in der Mehrzahl der hiesigen Gemeinden üblich. Denn protestantische Einwanderer aus so unterschiedlichen Ländern wie Finnland, Syrien und Vietnam beteiligten sich mit ihren Gemeinden und Pastoren an der Gestaltung. Ein brennendes Thema hatten die Gemeinden sich ausgesucht: die Situation von Flüchtlingen in ihren Heimatregionen und hier. Ein afrikanischer Vorbeter klagte deshalb in seiner französisch vorgetragenen Fürbitte leidenschaftlich - und so ganz anders als die in gesetzten Worten auf Englisch, Arabisch, Deutsch oder Finnisch Bittenden.

Der Syrer Samer, der seinen Nachnamen lieber nicht öffentlich macht, berichtete im Gespräch mit Pastor Michel Youssif von seiner Flucht aus der Heimat, einer gefährlichen Fahrt übers Mittelmeer. „Ich komme nicht aus einer reichen Familie. Wir haben Auto und Schmuck verkauft, damit einer fliehen kann“, sagte er. Dennoch war der Weg über die Türkei und Griechenland zu teuer. Als Einziger an Bord sprach der 33-Jährige eine europäische Sprache und konnte Hilfe herantelefonieren, als das überfüllte Boot zu kentern drohte. Samers Vater und ein Bruder konnten jetzt - ein Jahr nach seiner Flucht - nachkommen. Als sie kurz aufstanden, begrüßte die Gemeinde sie mit Applaus. Der junge Mann dankte seiner Gemeinde, der Caritas und Diakonie, den Deutschen, einfach allen, die möglicherweise mitverantwortlich dafür sind, dass er in Sicherheit gelangen konnte. „Jetzt geht es mir besser, weil meine Familie hier ist.“ Und er hoffe, eines Tages auch helfen zu können.

Pastor Michel Youssif von der Arabisch-deutschen evangelischen Gemeinde erinnerte in seiner Predigt an die vielen Fluchtgeschichten der Bibel. „Abraham würde man heute als Wirtschaftsflüchtling bezeichnen, Moses als politischen Flüchtling.“ Youssifs Gemeinde engagiert sich stark in der Flüchtlingsarbeit. „Migranten sind heute eine Brücke zwischen neu Ankommenden und den Alteingesessenen“, sagt er.

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