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Aus der Stadt Wenn Leute freiwillig ins Krankenhaus gehen
Hannover Aus der Stadt Wenn Leute freiwillig ins Krankenhaus gehen
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00:18 26.11.2014
Von Bernd Haase
Foto: Arzt Norman Zinne zeigt Inga Kwapniewska eine Schweinelunge, mit der die MHH experimentiert.
Arzt Norman Zinne zeigt Inga Kwapniewska eine Schweinelunge, mit der die MHH experimentiert. Quelle: Frank Wilde
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Ihre Mitarbeiterinnen kennt Gesine Picksack, stellvertretende Leiterin der Hausapotheke der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), allesamt mit Namen. Das ist in diesem Fall schon bemerkenswert, weil es sich um Blutegel handelt, die sich in einer offenen Lade tummeln. „Der dicke dort heißt Goliath, und der kleine in der Ecke David“, sagt sie. Beim Tag der offenen Tür am Sonnabend, Beitrag der MHH zum November der Wissenschaften, sind die Tierchen beliebtes Schauobjekt. Das Angebot der Krankenhausapotheker, sich David, Goliath oder einen anderen der Egel auf die Hand zu setzen, nehmen nicht alle an. Tessa Beneke aus Lauenau schon. „Wenn bei einem Patient beispielsweise Haut transplantiert werden muss, setzen wir die Blutegel zur Wundheilung ein“, erklärt Picksack. Die Egel saugen sich eine Mahlzeit ab - und bringen so den Blutfluss wieder in Gang.

Benekes Blutfluss funktioniert auch ohne Egelhilfe, deshalb setzt sie das Tierchen zurück in die Kiste. Sie absolviert derzeit ein Praktikum in einer Klinik und hat sich für die Fahrt nach Hannover entschieden. „Wir wollen zeigen, dass die Medizinische Hochschule mehr ist als nur ein Krankenhaus. Eigentlich sind wir eine kleine Stadt in der Stadt“, sagt Sprecher Stefan Zorn. Immerhin 40 Institute und Kliniken sind beim Tag der offenen Tür vertreten. Insgesamt zählte die MHH rund 2000 Besucher.

Viele Kinder sind unter den Besuchern; und manche von ihnen zucken beim Anblick einer echten Schweinelunge, die gleichmäßig vor sich hinpulsiert, irritiert zurück. Das Innovative ist das Behältnis, in dem sie liegt. Es heißt OCS, was für Organic Care System steht. „Wenn OCS zur Verfügung steht, brauchen wir Organe zum Transport nicht auf Eis legen. Dadurch gewinnen wir Zeit“, sagt Norman Zinne aus der Klinik für Gefäßchirurgie.

Und nach dem Besuch: Hände waschen. Wie gut die Besucher das machen, kann Karolin Graf, Leiterin der Krankenhaushygiene, sehen, wenn die Besucher die Hände in ein Kontrollgerät legen. Ein spezielles Licht lässt die Hände fleckig erscheinen. „An den braunen Stellen sind sie nicht ausreichend desinfiziert“, sagt sie - und zeigt, wie man es richtig macht.

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