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Aus der Stadt Tagesmütter können sich besser qualifizieren
Hannover Aus der Stadt Tagesmütter können sich besser qualifizieren
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21:51 06.03.2017
Von Conrad von Meding
Sozialdezernent Erwin Jordan (v. li.), die frisch qualifizierte Tagesmutter Ava Menert-Selimovic, Teilnehmerin Sonja Engelke und VHS-Leiterin Nadja Heinrich.
Sozialdezernent Erwin Jordan (v. li.), die frisch qualifizierte Tagesmutter Ava Menert-Selimovic, Teilnehmerin Sonja Engelke und VHS-Leiterin Nadja Heinrich. Quelle: Privat
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Hannover

Die Region Hannover ist Teil eines bundesweiten Modellprogramms zur besseren Qualifizierung von Tagesmüttern und -vätern. In Barsinghausen ist der erste zehnmonatige Kursus gerade abgeschlossen, heute startet die zweite Runde in Hannover. Von den insgesamt 15 Teilnehmern sind zwölf Frauen, drei Männer. In Barsinghausen war der Schnitt noch 14 zu eins.

Weil es vor allem an Krippenplätzen in einigen Stadtteilen fehlt, aber auch, weil einige Eltern ihre Kinder lieber individueller betreuen lassen wollen, spielen Tageseltern eine wichtige Rolle im Betreuungskonzept der Kommunen. Um vom Jugendamt als Tageseltern zugelassen zu werden, reicht aber gesetzlich die Teilnahme an einer mehrwöchigen Schulung mit 160 Stunden. In 30 Kreisen und Kommunen laufen jetzt Modellprojekte zur besseren Qualifizierung - die Region hatte sich beim Bund beworben und den Zuschlag erhalten.

Regions-Sozialdezernent Erwin Jordan sagte gestern bei der Vorstellung des Projekts, Tagesmütter und -väter sollten „die bestmögliche Vorbereitung auf ihre neue Tätigkeit erhalten“ und auch während ihrer Arbeit „die Unterstützung bekommen, die sie brauchen“. Das komme allen gleichermaßen zugute: „Tagespflegepersonen, den Kindern und den Eltern“. Deshalb sei man froh, den Zuschlag vom Bund bekommen zu haben.

Das Programm ist zeitaufwendig: Die Volkshochschule (VHS) Calenberger Land schult in 300 statt der sonst üblichen 160 Unterrichtseinheiten, zusätzlich müssen die Teilnehmer 80 Praxisstunden bei versierten Tagespflegern oder in einer Krippe absolvieren. Die Region kann dank der Förderung des Bundesfamilienministeriums die Kursgebühren übernehmen, zusätzlich bekommt jeder Teilnehmende 200 Euro Budget für Fachliteratur.

VHS-Leiterin Nadja Heinrich sagte, dass gerade der mit 140 Stunden ungewöhnlich große Praxisanteil in der Tageseltern-Ausbildung enorm wichtig sei. Ava Menert-Selimovic gehört regionsweit zu den Ersten, die den Kursus abgeschlossen haben. Sie lobte, dass der fachliche Austausch in der Gruppe weiterhelfe.

Der Qualifizierungslehrgang findet in der Peiner Straße statt - dort hat die Region neue Seminar- und Tagungsräume hergerichtet, die jetzt erstmals intensiv genutzt werden.

Mathias Klein 06.03.2017
Conrad von Meding 06.03.2017