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Aus der Stadt Aus dem Dschungelcamp in den Alltagsdschungel
Hannover Aus der Stadt Aus dem Dschungelcamp in den Alltagsdschungel
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00:15 08.02.2015
„Wir hatten im Dschungel so wenig Essen“: Tanja Tischewitsch in der Bar 6 Sinne. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Raus aus dem Dschungel von Australien. Tanja Tischewitsch ist zurück in ihrer Heimat, in Hannover, und muss festellen: Wer plötzlich TV-Star ist, für den fühlt sich selbst der Alltag ein bisschen wie ein Dschungel an.

Am Tag 16 – und somit am letzten Tag des RTL-Dschungelcamps – mussten die letzten drei Kandidaten, Maren Gilzer, Tanja Tischewitsch und Jörn Schlönvoigt noch einmal ran. Am Ende wählten die Zuschauer Maren Gilzer zur Dschungelkönigin.

Drei Wochen lang war Tischewitsch beim RTL-„Dschungelcamp“, bis zu sieben Millionen TV-Zuschauer haben es gesehen - die Döhrenerin hat es sogar bis ins Finale der Sendung geschafft. Seit Dienstag ist die 25-Jährige wieder daheim, doch von Entspannung keine Spur. „Ich dachte eigentlich, ich könnte mich jetzt hinlegen und mich erst mal erholen. Aber jetzt geht es erst richtig los“, erzählt sie, während sie mit ihrem Manager im Restaurant 6 Sinne über den Dächern der City sitzt und auf ihren „Dschungelcamp“-Mitstreiter Aurelio wartet.

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Sie habe viele Angebote bekommen

Tischewitsch sagt, der Rummel um sie sei eine Überraschung. Das ist sicher ein Stück weit Koketterie, denn ungelegen kommt er nicht. „Ich dachte, ich bin da ein paar Tage da und fliege dann raus“, sagt sie. „Dass ich danach so viele Angebote bekomme, habe ich nie geglaubt. Ich dachte echt das muss ein Missverständnis sein.“ Der Dschungel-Ausflug scheint sich - zumindest bisher - für sie gelohnt zu haben: Am Mittwoch hatte sie einen Fernseh-Dreh in Hannover, und gestern stand sie in Berlin unter anderem gemeinsam mit Frauke Ludowig für „Exclusiv - das Starmagazin“ vor der Kamera. Klare Sache: RTL reicht seine Stars von Sendung zu Sendung rum. „Ich bin total aufgeregt, das ist ja das Klatsch- und Tratsch-Magazin überhaupt“, sagt Tischewitsch und zieht einen Vergleich zu ihrem früheren Auftritt in der Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) vor Oberjuror Dieter Bohlen. „Nach meiner Zeit bei DSDS haben die überhaupt nicht über mich berichtet“, sagt sie enttäuscht.

Im Dschungel hat sie offenbar eine bessere Figur gemacht als am Mikrofon. Bei DSDS hätten ihr die Talentsichter und -richter bescheinigt, dass sie nicht singen könne. Das hält sie aber nicht davon ab, es weiter zu versuchen. „Ich hab ’ne Single und will als DJ arbeiten“, sagt sie. „Spätestens in der nächsten Malle-Saison geht’s los.“ Dann hoffe sie, auch in Hannover einige Auftritte zu bekommen. „Das ist ja meine Stadt, und hier will ich auch am liebsten auflegen“, sagt Tischewitsch.

Die Party mit Freunden wird erst 2016 etwas

Pläne, Träume - im Alltag allerdings komme sie momentan noch zu nichts. Noch nicht mal ihre Freunde habe sie treffen können, so voll sei der Terminkalender. „Eigentlich wollte ich eine Party mit all meinen Freunden schmeißen, aber das wird wohl erst nächstes Jahr was“, sagt die gelernte Flugbegleiterin. Auch ihre Mutter müsse sich erst noch daran gewöhnen, dass sie ihre Tochter nicht mehr jeden Tag um sich haben könne. Das große Wiedersehen nach dem Australien-Trip hätten Mutter und Tochter erst mal mit einem selbst gekochten indischen Essen gefeiert. „Das habe ich am meisten vermisst“, sagt sie. „Wir hatten im Dschungel so wenig Essen.“

Jetzt träumt Tischewitsch von der Erfüllung ihres größten Traums: einer Karriere vor der Kamera. „Ich will Moderatorin oder Schauspielerin werden“, sagt sie. „Aufträge habe ich auch schon, ich weiß nur noch nicht genau welche.“ Die Liste der Anfragen sei lang, und sie habe noch keine Zeit gehabt, alle durchzugehen. „Auch wenn alle sagen, es sei das langweiligste Camp gewesen, es war für mich die schönste Zeit meines Lebens“, sagt Tischewitsch. „Ich konnte zeigen, dass ich cool bin, und ich bin tougher und stärker geworden.“ Nach ihrer Zeit bei der CastingshowDeutschland sucht den Superstar“ hätten sie die negativen Kommentare im Web noch tief getroffen. „Die wurden immer mieser und mieser, aber jetzt fühl ich mich wie ein Berg“, sagt Tischewitsch. Die Entscheidung, in den Dschungel zu gehen, sei für sie richtig und wichtig gewesen. „Ich konnte endlich mein wahres Gesicht zeigen - und beweisen dass ich ’ne Sympathische bin“, sagt sie.

Von Lisa Malecha

Jörn Kießler 08.02.2015
Tobias Morchner 08.02.2015