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Aus der Stadt Entwarnung nach Lokführerstreik in Hannover
Hannover Aus der Stadt Entwarnung nach Lokführerstreik in Hannover
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09:23 02.09.2014
Quelle: Jan Philipp Eberstein
Frankfurt am Main/Berlin

Lediglich wenige Züge, darunter ein IC, der um 5.55 Uhr von Hannover nach Hamburg fahren sollte und ein Regionalexpress nach Hildesheim um 6.51 Uhr sind am Dienstag ausgefallen. Ansonsten sei mit vermehrten Zugausfällen und -verspätungen für den heutigen Dienstag nicht zu rechnen, erklärte ein Mitarbeiter der Bahn auf Anfrage am Dienstagmorgen. Der Verkehr laufe weitestgehend normal.

Den Bahn-Angaben zufolge waren bundesweit rund 150 Züge betroffen. Im Güterverkehr kam es bei etwa 50 Zügen zu Beeinträchtigungen.  Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte am Montag ein neues Tarifangebot der Bahn abgelehnt und ihre Mitglieder zu einem Warnstreik im Personen- und Güterverkehr aufgerufen. 90 Prozent der Güter- und Personenzüge hatten stillgestanden oder Verspätung, wie die GDL mitteilte. Die Bahn sprach von Zehntausenden betroffenen Fahrgästen.  

Die GDL will dem ersten Warnstreik einen oder zwei weitere folgen lassen, falls die Bahn kein Angebot für kürzere Arbeitszeiten für das gesamte Zugpersonal vorlegt. Dies hatte GDL-Chef Claus Weselsky zum Streikauftakt im Berliner Hauptbahnhof angekündigt. Der nächste Schritt wäre dann eine Urabstimmung “über längerfristige Maßnahmen“.  Die Mitglieder hätten einmal mehr gezeigt, dass „sie es satt haben, Überstunden zu machen und ihre berechtigten Interessen dann mit Füßen getreten werden“, sagte Weselsky laut Mitteilung. Zugbegleiter und Lokrangierführer waren ebenfalls zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.  

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber warf der Gewerkschaft vor, die Öffentlichkeit mit ihrer ursprünglichen Ankündigung, schwerpunktmäßig den Güterverkehr zu bestreiken, in die Irre geführt zu haben.

Chaos am Montag

Am Vortag war es nach dem Streik der  Lokführer ab 18.00 Uhr zu Verspätungen und Ausfällen gekommen - zum Ärger vieler Pendler. Rund 350 Lokführer, Disponenten, Zugbegleiter und Mitarbeiter der Bordgastronomie hatte die GDL in der Region Hannover zum Streik aufgerufen. Das reicht, um neben dem Fern- auch den Regional- und S-Bahn-Verkehr zu stören. Dutzende Fahrten fallen flach oder sind verspätet. Vor dem Informations­tresen bilden sich sofort die üblichen Schlangen. Wer ins Reisezentrum geht und eine Wartenummer zieht, ist auch nicht besser dran: Er sieht, dass noch mehr als 50 vor ihm an der Reihe sind.

Der Streik der Lokführer sorgte Anfang September auch am Hauptbahnhof Hannover für Verspätungen und Zugausfälle. Etliche Fernzüge und S-Bahnen waren betroffen – zum Ärger der Reisenden.

Genervt sind viele, aber der ganz große Unmut bleibt aus. Der Ärger richtet sich weniger gegen die Streikenden, von denen rund 30 mit Westen und Schildern in der Halle Position bezogen haben, sondern mehr gegen die Bahn wegen des mangelhaften Informationsflusses. „Sie verweisen mit Durchsagen auf das Internet. Was soll das? Ich habe hier kein Internet“, sagt Birgit Pape, die aus dem Ostseeurlaub kommt und deren letzte Reiseetappe auf dem Weg nach Hildesheim sich nun verlängert. Die Ausfälle treffen die Bahn unvorbereiteter als bei früheren Gelegenheiten. Einen vorab geschriebenen Notfahrplan, der frühzeitig über Ausfälle unterrichtet, gibt es dieses Mal nicht.

So mancher wusste schon früh, dass bei der Bahn etwas im Busche war. Überrascht sind viele Reisende insofern, als es in ersten Meldungen hieß, es werde nur der Güterverkehr bestreikt. „Das ist falsch“, sagt Manfras. Man habe schon am frühen Morgen angekündigt, auch den Personenverkehr mit in den Ausstand einzuziehen – „allerdings mit Rücksicht auf die vielen Pendler am Wochenanfang erst von 18 Uhr an. Dann sind die meisten von ihnen durch“, sagt Manfras.

mic/se/dpa

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