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Aus der Stadt Verdächtiger im Mordfall Andrea K. gefasst
Hannover Aus der Stadt Verdächtiger im Mordfall Andrea K. gefasst
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00:18 15.05.2015
Beamte der Spurensicherung am Tatort im Zooviertel. Quelle: Christian Elsner (Archiv)
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Hannover

Beamte der Mordkommission „Mars“, benannt nach der Mars-la-Tour-Straße, in der die Unternehmerin wohnte, nahmen den Mann Dienstagmorgen um 6.30 Uhr an seiner Arbeitsstelle in Langenhagen fest. Anschließend durchsuchten sie nach Informationen der HAZ auch eine Wohnung in der Südstadt. Der 27-Jährige soll am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden, der darüber entscheiden wird, ob der Verdächtige in Untersuchungshaft kommt oder freigelassen wird. Bereits unmittelbar nach seiner Festnahme hatte dieser seinen Anwalt kontaktiert. Zu den Vorwürfen hat er sich bisher nicht geäußert.

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Die Ermittler verdächtigen ihn, Andrea K. in der Zeit zwischen Montag, 4. Mai, 17.30 Uhr, und dem darauffolgenden Dienstagmorgen in ihrer Wohnung getötet zu haben. Nachdem die Geschäftsführerin einer Zeitarbeitsvermittlung in Hannover an diesem Tag nicht zur Arbeit erschienen war, hatten ihre Kollegen die Polizei alarmiert. Beamte fanden die Tote gegen 11.30 Uhr in der Badewanne ihres Appartements.

Die Polizei hat eine 49 Jahre alte Frau tot im Mai 2015 in ihrer Wohnung an der Mars-La-Tour-Straße im Zooviertel entdeckt. Eine Obduktion ergab, dass die Frau umgebracht wurde. 

Seit dem Beginn der Ermittlungen werden immer mehr Details aus dem Privatleben der alleinstehenden Frau bekannt, die offenbar ein Doppelleben führte. Während ihre Nachbarn sie vor allem als Karrierefrau wahrnahmen, die viel arbeitete und selten zu Hause war, hatte Andrea K. nach Informationen der HAZ auch eine andere Seite. Die 49-Jährige, die regelmäßig Spiele von Hannover 96 besuchte und häufig abends feiern ging, war offenbar auch in der Sadomaso-Szene aktiv. Mit Profilen auf einschlägigen Internetseiten soll sie nach flüchtigen Bekanntschaften gesucht haben.

Ein großes Geheimnis scheint K. aus ihren sexuellen Vorlieben nicht gemacht zu haben. Unter anderem soll sie ihren Kollegen bei ihrem zweiten Job als Controllerin bei den Stadtwerken Garbsen immer wieder von ihrem Hang zu ausgefallenen Sexpraktiken erzählt haben. Alleinstehende Menschen hätten zwei Möglichkeiten, ihr Leben zu leben, sagt ein früherer Kollege nur. „Die einen igeln sich ein, die anderen gehen eben häufig auf Tour.“ Die Stadtwerke Garbsen haben unterdessen in ihrer Zentrale ein Kondolenzbuch ausgelegt, in das sich die Mitarbeiter eintragen können

Bei der Staatsanwaltschaft möchte man sich weder zu dem Privatleben von Andrea K., noch zu den genauen Ermittlungen äußern. Ob der Tatverdächtige und das Opfer sich im Internet auf einer der Sadomaso-Plattformen kennenlernten, über die Arbeit miteinander in Kontakt kamen oder es vor der Tat keine Verbindung zwischen ihnen gab, will Staatsanwältin Kathrin Söfker aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Unterdessen werten die Ermittler Computer, Handys und weitere elektronische Speichermedien aus, die sie an der Arbeitsstätte des 27-Jährigen und in der Wohnung sichergestellt haben. Die Mordermittler erhoffen sich in den gespeicherten Daten weitere Hinweise zu dem Verhältnis zwischen Andrea K. und ihrem mutmaßlichen Mörder.

 

Von Jörn Kießler und Tobias Morchner

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